Das letzte Jahr war voll gepackt mit wichtigen Ereignissen. Es lohnt ein Blick zurück auf die Überraschungen, Hoffnungsträger und Pleiten, bevor 2015 so richtig losgeht. fabeau vergibt non-physische Awards in zwölf Kategorien.

Die Überlebenden des Jahres

Platz 1: Auch wenn es langsam ruhiger wird um den Karstadt-Konzern, einfacher wird es deshalb nicht. Hinter den Essener Mauern halten die Kämpfe um Personal und Sachmittel an. Nach einem kurzen Intermezzo der Schwedin Eva-Lotta Sjöstedt und einer Übergangsphase mit Duo Kai-Uwe Weitz und Miguel Müllenbach, hat nach der Übernahme durch René Benko nun Dr. Stephan Fanderl das Sagen – und der muss sparen, denn Barreserven sind fast genauso knapp wie treue Kunden. Erste Amtshandlung war die Schließungsankündigung von sechs Filialen, weitere könnten folgen. Das schmeckt Ver.di zwar nicht, aber was sind schon Einzelfälle, wenn es um die Rettung des großen Ganzen geht.

Platz 2: Traditionswäschehersteller haben es seit Jahren schwer – irgendwie zu teuer, und dabei irgendwie nicht modisch. Triumph kämpft seit Jahren vergeblich gegen Umsatzschwund und stellte 2014 die Luxuslinie Valisére ein. Bei Huber aus Österreich machte sich der CEO nach wenigen Monaten gleich wieder aus dem Staubeine Frau als CFO soll’s nun richten. Die könnte sich einiges abschauen bei den florierenden Wettbewerbern wie Calzedonia oder Hunkemöller.

Platz 3: Das Textibündnis von Entwicklungsminister Müller bekam viel Schelte und wenig Unterstützer. Im Grunde sei man ja dafür, doch den wichtigen und einflussreichen Branchen-Playern fehlte es nicht an Einwänden, um sich aus der Affaire zu ziehen: zu bürokratisch, zu unpraktikabel, noch nicht entscheidungsreif. Ob das Zertifikat eine Zukunft hat, hängt aber davon ab, wer letztlich alles dafür einstehen will. Wo ein Wille ist, ist eigentlich auch ein Weg, oder?

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