Ostdeutscher Textilindustrie drohen Warnstreiks
Nachdem die dritte Tarifverhandlungsrunde ergebnislos endete, stehen jetzt die Zeichen auf Sturm. Die Friedenspflicht endet am 31. März, danach könnte es in den ostdeutschen Betrieben zu Warnstreiks kommen.
Die IG Metall machte ihre Mitglieder im Vorfeld der Verhandlungen mit einem Aktionstag in Gera mobil
Drei Anläufe, drei Mal gescheitert: Die Arbeitgeber und die Gewerkschaftsvertreter der IG Metall brachen die Verhandlungen in Gera in der Nacht vom 26. März trotz eines erneuten Angebots der Arbeitgeberseite ergebnislos ab. Die Arbeitgebervertreter vom vti hatten eine Tariferhöhung von 2,7% im ersten Schritt und eine späteren Erhöhung um weitere 2% angeboten. Obwohl dieses Angebot gar nicht so weit von der Forderung der IG Metall nach 5% mehr Entgelt entfernt war, gelang keine Einigung.
IG-Metall-Verhandlungsführer Michael Jung kündigte an, jetzt mehr Druck zu machen, um den eigenen Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen – zur Not auch mit Warnstreiks. Gleichzeitig zeige man sich weiter gesprächsbereit. Da die Friedenspflicht mit Ablauf des aktuellen Tarifvertrags am 31. März endet, könnte die IG Metall bereits nach Ostern, am 2. April, zu ersten Warnstreiks in den ostdeutschen Betrieben aufrufen.
In der ostdeutschen Textilindustrie arbeiten rund 16.000 Menschen, davon die meisten in Sachsen (12.000) und Thüringen (2.500). Die rund 300 Betriebe produzieren vorwiegend technische Textilien (45%) und Heimtextilien (30%). Nur 25% entfallen auf Mode und Bekleidung.
Foto: IG Metall – Hanna Tekin /Matthias Friedrich









Kommentare
Keine Kommentare bisher.