Verhärtete Fronten: Nach dem ergebnislosen Ende der zweiten Tarifrunde für die Beschäftigten der ostdeutschen Textilindustrie hat die Gewerkschaft zu einem Aktionstag in Chemnitz aufgerufen. Am 23. März soll gegen das „Schmalspurangebot“ der Arbeitgeberseite demonstriert werden.

Die Metaller demonstrieren gegen das “frostige” Angebot der Arbeitgeber

Die Tarifverhandlungen für die ostdeutsche Textilindustrie sind ins Stocken geraten. Bei der zweiten Tarifrunde in Zwickau am 12. März prallten gänzlich unterschiedlichen Vorstellungen aufeinander, so dass die Parteien erneut ohne Ergebnis auseinander gingen. Die Forderung der IG Metall nach 5% mehr Lohn und Gehalt für die rund 16.000 Beschäftigten wiesen die Arbeitgeber-Vertreter von der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti) als „paradiesisch“ zurück. Nach einem starken Wachstum in 2011 sei der Gesamtumsatz der Firmen um über 6% auf 1,75 Mrd. Euro zurückgegangen, so dass es bei den zusätzlichen Kosten für Energie und Materialien nicht viel Spielraum für höhere Entgelte gäbe.

Das Angebot der Arbeitgeber war nach Ansicht von IG Metall-Verhandlungsführer Michael Jung ein „inakzeptables Schmalspurangebot“. Die Arbeitgeber hatten zwei Null-Monate, dann 2,5% und nach weiteren 13 Monaten erneut 1,5% vorgeschlagen. Auch bei den Themen Altersteilzeit und unbefristete Übernahme von Ausgebildeten gab es keine Einigung. Damit könne die Branche im Wettbewerb um junge Fachkräfte nicht bestehen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, rief die IG Metall zu einem Tarif-Aktionstag am 23. März in Gera rauf, um die Arbeitgeber zu einem „vernünftigen Angebot“ zu bewegen.

Am 26. März steht dann die dritte Verhandlungsrunde an. Der Tarifvertrag läuft am 31. März aus.

Foto: IG Metall/Hanna Tekin