Höher immer, drunter nimmer: Die IG Metall plant, in die anstehende Tarifrunde mit einer Forderung nach höheren Löhnen und Gehältern zu gehen. Ab November sollen die rund 120.000 Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld erhalten.

Textilveredelung

Die rund 120.000 Beschäftigten in der deutschen Textilindustrie sollen 5% mehr Geld bekommen

Der Vorstand der IG Metall hat am Dienstag die Forderung für die bevorstehende Textil-Tarifrunde 2012 beschlossen: Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen sollen ab 1. November 2012 um 5% steigen, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Gleichzeitig sollen Branchenzuschläge für Leiharbeitnehmer, Altersteilzeit, Übernahme von Azubis und das Branchenimage diskutiert werden.

Die IG Metall rechnet damit, dass die Arbeitgeberseite in der ersten Tarifrunde am 17.Oktober wieder auf Sparkurs gehen, und nimmt der Diskussion um das schwächelnde globale Konsumklima, sinkende Umsätze, Exportschwierigkeiten gleich den Wind aus den Segeln: Die Lohnquote in der Textilindustrie ist auf ein historisches Tief gesunken: Sie beträgt nur noch 17,2%, in der Bekleidungsindustrie sogar nur noch 13,7%. „Wenn die Unternehmen glauben sparen zu müssen, gibt es andere Möglichkeiten: Zum Beispiel bei den Material- und Energiekosten. Die machen über die Hälfte aller Betriebskosten aus. Mehr Energieeffizienz hätte damit einen doppelten Nutzen und käme der Energiewende ebenfalls zugute“, heißt es in der Pressemitteilung der IG Metall.

Der aktuelle Tarifvertrag läuft noch bis zum 31. Oktober. Sollten die Tarifparteien bis dahin keinen Konsens gefunden haben, endet die Friedenspflicht und die IG Metall könnte zu Streiks aufrufen.

Foto: Südwesttextil