Laurèl: Frisches Geld durch Anleihe
Das Münchner Modeunternehmen folgt dem Trend und will das weitere internationale Wachstum ebenfalls mit Hilfe von Bonds finanzieren. In Kürze soll eine Mittelstandsanleihe platziert werden.
Laurèl will mit neuen Stores wachsen
Immer mehr Modeunternehmen scheinen auf den Geschmack von Bonds zu kommen. Nach den umwerfenden Erfolgen der Hemdenhersteller Seidensticker und Eterna will jetzt auch der Premium-Womenswear-Anbieter Laurèl den Kapitalmarkt testen. Das Unternehmen, das vor drei Jahren noch eine Tochter des Modekonzerns Escada war, plant ab dem 29. Oktober eine Unternehmensanleihe (ISIN: DE000A1RE5T8) im Open Market der Deutschen Börse (Freiverkehr der Frankfurter Börse) zu zeichnen. Bis zu 20 Mio. Euro sollen dadurch eingesammelt werden.
Der Zinssatz beträgt 7,125% bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Von der Creditreform Rating AG erhielt Laurèl die Note „BBB“.
Neue Läden und eine Akquisition!?
Mit dem Geld soll das weitere Wachstum der Marke finanziert werden. Geschäftsführer Dirk Reichert plant, den Umsatz in den nächsten fünf Jahren auf rund 80 Mio. Euro zu verdoppeln. Dabei setzt Reichert vor allem auf neue, eigene Stores. Konkrete Neueröffnungen sind in Amsterdam, Wien, Shanghai, Düsseldorf und Berlin geplant. Zusätzlich sollen weitere Stores in Europa und Asien eröffnet werden. Die Zahl der eigenen Stores soll bis zum Geschäftsjahr 2016/17 von aktuell zehn auf 40 vervierfacht, die Zahl der Outlets soll sich von drei auf acht erhöht werden. Darüber hinaus soll der Markteintritt in die USA – entweder durch die Gründung einer Tochtergesellschaft oder Akquise eines Distributeurs – finanziert werden. Weitere Mittel aus der Emission sollen in die IT-Optimierung und den Aufbau des Lizenzgeschäfts, beispielsweise für Parfüms und Sonnenbrillen, fließen.
Darüber hinaus plant Laurél bis zu 50% des Emissionserlöses auf den Erwerb einer anderen Womenswear-Marke zu verwenden. Man könnte meinen, das Management könnte da schon etwas Konkretes im Auge haben…
Unter dem neuen Eigentümer, der Investmentgesellschaft Endurance Capital, hat sich das Laurél national wie international gut etabliert. Nach der Beinahe-Pleite vor drei Jahren erzielte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten des Rumpfgeschäftsjahres 2011/12 (1. November 2011 bis 30. April 2012) mit einem Umsatz von 17,1 Mio. Euro zzgl. 1,6 Mio. Euro über die Laurèl Asia Ltd. Rund 70% des Umsatzes werden im Ausland umgesetzt, mehr als zwei Drittel in Westeuropa. Das EBIT belief sich auf 2,3 Mio. Euro, zzgl. 0,05 Mio. Euro durch Laurél Asia Ltd (mit einer EBIT-Marge von 13,4%). Die Eigenkapitalquote lag bei 69%.
Foto: Laurél














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