Häppchenweiser Ausverkauf: Die K-Mail Order-Gruppe, die hinter dem Konkurrent Klingel steht, zeigt ernsthaftes Interesse an einigen Teilen des insolventen Frankfurter Versenders. Konkret soll der Übergrößen-Anbieter Happy Size übernommen werden.

Happy Size

Wenn die Pforzheimer drei Mal klingeln: Dann folgt der (dicke) Ausverkauf

Die Pforzheimer Versandhandelsgruppe K-Mail Order, besser bekannt unter dem Namen Klingel Versand, hat beim Bundeskartellamt Interesse am Erwerb des Textilhandelssegments von Neckermann.de angemeldet. Konkret haben die Pforzheimer ein Auge auf den Große-Größen-Ableger Happy Size geworfen. Der e-Spezialversender macht rund 77 Mio. Euro Umsatz und gilt als recht erfolgreich. Die Happy Size Geschäftsführung hatte in der letzten Woche schon angedeutet, dass es Gespräche mit einem strategischen Investor gäbe, der ein langfristiges Interesse an dem Tochterunternehmen hätte. Es handelte sich dabei also nicht um den Konkurrenten Sheego oder den Große-Größen-Spezialisten Ulla Popken, wie anfangs vermutet wurde. Die Klingel-Gruppe gilt in Deutschland als drittgrößter Versandhändler, ist in zwölf Ländern Europas tätig und beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter.

Der Neckermann-Insolvenzverwalter Michael Frege führt mittlerweile auch mit anderen Investoren Verhandlungen über den Verkauf weiterer Vermögensbestandteile des insolventen Versandhandelshauses. Bis spätestens Mitte nächster Woche sollen die Gespräche abgeschlossen werden. Darüber hinaus sollen auch andere Unternehmen daran Interesse bekundet haben, einen Teil der Neckermann-Belegschaft zu übernehmen. Rund 10 bis 20% des Personals könnten also bald bei anderen Firmen unterkommen.

Unterdessen geht der Verkauf auf der Neckermann.de-Seite weiter. Durchschnittliche Nachlässe von 70% sind bei Mode keine Seltenheit. Auch in Segmenten Wohnen und Elektronik werden mittlerweile Rabatte gegeben. Die Hoffnung, dass es mit Neckermann weiter geht, wird also langsam begraben… Jetzt folgt der Ausverkauf.

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