Happy End für Happy Size
Das Versandhaus Klingel übernimmt die Neckermann-Tochter für Große Größen. Währenddessen bereitet die Arbeitsagentur die Neckermann-Beschäftigten am Standort Frankfurt auf eine drohende Kündigung vor, denn dem Konzern droht die Zerschlagung.
Das Pforzheimer Versandhaus Klingel hat zugeschlagen und wird zukünftig wohl auch ein Programm für Übergrößen im Angebot haben. Denn Klingel, oder besser die K-Mail Order Gruppe, hat nach einem Bericht der ‚Pforzheimer Zeitung‘ die insolvente Neckermann-Tochter Happy Size übernommen. Das Blatt berichtet, dass der Standort in Frankfurt erhalten bleibe, ebenso wie ein Großteil der rund 80 Angestellten. Damit kann sich zumindest Happy Size über ein Happy End freuen.
Weiter Bangen bei Neckermann
Weniger rosig sieht die Zukunft der ebenfalls insolventen Mutter Neckermann.de aus: Dort werden die Beschäftigten seit letzter Woche von Mitarbeitern der Arbeitsagentur auf die drohende Arbeitslosigkeit vorbereitet. Zwar ist aktuell noch niemand gekündigt worden, denn die Investorensuche läuft noch immer auf Hochtouren. Wenn sich bis 30. September, bis dahin reicht nämlich das Insolvenzgeld für die rund 2.000 Arbeitnehmer, noch immer kein Investor verbindlich für die Rettung des Versandhauses entschieden hat, ist es mehr als wahrscheinlich, dass Kündigungen geschrieben werden. Es ist wahrscheinlich, dass dem Konzern die Zerschlagung droht. Während es Interessenten für zwei weitere Bereiche gibt, scheint sich niemand für die Logistiksparte zu interessieren, das bestätigte ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di. Den über 800 Logistik-Mitarbeiter soll daher wohl schon in der nächsten Woche gekündigt werden. In die Arbeitslosigkeit verschwinden bräuchten sie allerdings nicht: Einige Firmen aus der Logistikbranche hatten bereits angefragt, einige der Arbeitnehmer zu übernehmen. Darüber hinaus gibt es in Hessen über tausend offene Stellen in verkehrs- und logistiknahen Unternehmen sowie im Handel und Vertrieb. Problematisch seien jedoch die Angestellten, die keine Abschlüsse oder eine nur geringe Qualifizierung hätten.
Ein Novum in der deutschen Versandhaus-Geschichte wäre die Abwicklung von Neckermann nicht – vor drei Jahren musste das traditionsreiche Haus Quelle ebenfalls liquidiert werden.
Foto: Happy Size Katalog








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