Neue Masche: Der Immenstädter Strumpfhersteller strebt die Einleitung eines Regelinsolvenzverfahrens an. Im Zuge der Sanierung sollen 64 Stellen abgebaut werden. Parallel laufen die Investorengespräche weiter.

Kunert Headquarter in Immenstadt: Rettungsbemühungen nach über 100-jähriger Geschichte

Die Kunert-Gruppe befindet sich immer noch mitten in den Sanierungsbemühungen. Gestern stimmte der vorläufige Gläubigerausschuss auf Empfehlung des vorläufigen Sachverwalters Arndt Geiwitz und in Abstimmung mit der Geschäftsleitung dafür, das noch laufende Schutzschirmverfahren zu beenden und das Regelinsolvenzverfahren einzuleiten. Ein entsprechender Antrag soll beim Amtsgericht Kempten eingereicht werden. Das Schutzschirmverfahren hatte dem Unternehmen die Möglichkeit gegeben, das Unternehmen bereits vor Eintritt der Zahlungsunfähigkeit nach den Regeln des Insolvenzrechts und in Eigenverwaltung zu sanieren. Allerdings trat am 12. März dennoch die Zahlungsunfähigkeit ein, was jedoch keine Auswirkungen auf das operative Geschäft der Kunert-Gruppe hatte. Parallel führte die Gesellschaft Gespräche mit potentiellen Investoren, die den angeschlagenen Strumpfhersteller ganz oder in Teilen übernehmen wollten. Für einen Käufer ist es allerdings vorteilhafter, das Unternehmen aus dem regulären Insolvenzverfahren zu übernehmen.

Gleichzeitig meldete das Unternehmen, dass man sich mit dem Betriebsrat auf einen Interessenausgleich und einen Sozialplan geeinigt, der den Abbau von 64 Stellen vorsehe. Die betroffenen Beschäftigten könnten in eine Transfergesellschaft wechseln. Mit dem Stellenabbau reagiere Kunert auf Überkapazitäten und passe die Personalstruktur den aktuellen wirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen an, heißt es in der Mitteilung.

Foto: Kunert AG