UniSex! Die britische Kaufhauskette versucht sich erneut als Vorreiter. Sechs Wochen lang gibt es in der Filiale in der Londoner Oxford Street eine große geschlechtsneutrale Fläche mit Unisex-Mode.

Typisch männlich und weibliche Schaufenster wird man bei Selfridges in London ab Mitte März nicht mehr sehen

Ganze drei Etagen wird Selfridges London ab dem 12. März bis Ende April dem neuen geschlechtsneutralen Pop-Up-Konzept widmen. Die Womens- und Menswear-Abteilungen werden dafür zusammengelegt. Angeboten wird Kleidung, die weder klar männlich noch weiblich ist und damit auch keinem Stereotyp entspricht, wie etwa die exklusive Linie des Möbeldesigners Faye Toogood sowie Capsule Collections von Bodymap, Nicola Formichetti und Undergroud. Ebenfalls im Programm sind Kollektionsteile von Labels wie Ann Demeulemeester, Comme des Garçons, KTZ, Trapstar, Hood By Air, Meadham Kirchoff und Gareth Pugh. Die Schaufenster und Flächen sollen entsprechend mit androgynen Mannequins in Unisex-Kleidung sowie gender-neutralen Foto-, Video- und Musikinstallationen bespielt werden. Auch in Häusern von Birmingham und Manchester sollen laut dem US-Magazin WWD entsprechende Pop-up-Aktionen stattfinden.

Die Aktion ist zweifelsohne PR-wirksam, könnte kommerziell aber zum Risiko werden, bietet aber auch eine große Chance. Selfridges greift den Trend der immer mehr verschwimmenden (Geschlechter-)Grenzen – wie man sie jüngst bei den London Men’s Collections gesehen hat – auf. Doch allein als Trend-Umsetzung will Linda Hewson, Selfridges Creative Director, die Idee nicht verstanden wissen. Es geht mehr um die Erschließung einer neuen Geisteshaltung und darum, den kulturellen Wandel, der sich momentan vollzieht, anzuerkennen: „Das Projekt wird zum Prüfstein für geschlechterbezogene Experimente und wird unseren Kunden erlauben, sich dem Thema unvoreingenommen zu nähern.“ Ohne eine geschlechtliche Wertung könnten Kunden und Mode einen reineren Ausdruck ihres „Selbsts“ finden.

Foto: Selfridge London