Kunert geht in die Insolvenz
Nicht aus eigener Kraft: Gegen den Umsatznegativtrend und Schulden aus der Vergangenheit halfen alle Initiativen nicht. Der Immenstädter Strumpfhersteller hat am Donnerstag einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen soll jetzt in Eigenverwaltung unter Nutzung des Schutzschirmverfahrens saniert werden.
Preislich klug positionierte Alternative zu den Marken des Wettbewerbs: Kunert hat gute Chancen nach der Sanierung wieder voll durchzustarten
„Marktseitig hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren gerade mit der Kernmarke Kunert erfolgreich modisch, innovativ und in der Preispolitik seiner Produkte wettbewerbsfähig aufgestellt. Die Erosion der Umsätze konnte gebremst werden; es kam zu ersten Steigerungen. Unsere Altlasten nehmen uns jedoch die Luft. In dem schwieriger gewordenen Marktumfeld können wir das nicht mehr aus eigener Kraft kompensieren“, erklärt Hermann de Jong, CEO der Kunert AG, die aktuelle Situation des Immenstädter Strumpfherstellers. Viele Investoren seien trotz „vielversprechender“ Gespräche stets wegen der „überdimensionalen finanziellen Verpflichtungen aus der Vergangenheit“, insbesondere die ungewöhnlich hohen Pensionsrückstellungen, abgesprungen. Gleichzeitig haderte das Unternehmen seit vielen Monaten mit der stagnierenden oder sinkenden Umsätzen aufgrund der Konsumflaute und den schwierigen Wetterbedingungen in den europäischen Kernmärkten. Im Mai letzten Jahres musste die Konzernfinanzierung wegen der negativen Ergebnisentwicklung angepasst werden.
Aus diesen Gründen habe man sich entschieden beim Amtsgericht Kempten einen Antrag zur Durchführung einer Sanierung in Eigenverwaltung unter Nutzung des Schutzschirmverfahrens einzureichen. Das im März 2012 neu geschaffene Schutzschirmverfahren ermöglicht Unternehmen die Sanierung über einen Insolvenzplan bereits zwischen Insolvenzantrag und Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorzubereiten. Damit kommt Kunert einer Zahlungsunfähigkeit zuvor, wird weiter vom Vorstand geführt und kann gleichzeitig die Möglichkeiten des Insolvenzrechts nutzen. Im Zuge dessen soll der Geschäftsbetrieb auch uneingeschränkt fortgeführt werden.
Zum vorläufigen Sachverwalter wurde Arndt Geiwitz (Schneider, Geiwitz & Partner) berufen. Der Restrukturierungsexperte sieht gute Chancen, das Unternehmen wieder auf einen nachhaltig rentablen Wachstumskurs zu bringen. Dafür sei Kunert gut positioniert und verfüge über wettbewerbsfähige Produktionsstrukturen.







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