Für Neckermann sieht’s düster aus
Über den Spruch „Insolvent. Na und?“ kann bald wohl keiner mehr schmunzeln, denn die Überlebenschancen des Frankfurter Versenders tendieren gegen Null. Man ist weiter auf der Suche nach einem Investor. Viele Interessenten sind aber vor der miserablen Wirtschaftlichkeit des Betriebes zurückgeschreckt.
Für Neckermann schwinden mit jedem Tag die Überlebenschancen
Der vorläufige Insolvenzverwalter Joachim Kühne hatte der Belegschaft des insolventen Versenders Neckermann auf der Betriebsversammlung am Mittwoch nichts Positives zu berichten. Statt Schönfärberei entschloss er sich für die schonungslose Wahrheit: „Die Lage für dass Unternehmen wird immer aussichtsloser“, fasste er die Situation zusammen. Zwar werde man alles dafür tun, um „bis Ende September einen ernsthaften Investor zu finden“, doch die Chancen dafür stünden schlecht. Von rund 200 angesprochenen Interessenten hätten rund 50 einen tieferen Einblick in die Zahlen des Frankfurter Versenders verlangt und dort offenbar nichts Gutes vorgefunden. Viele der potentiellen Investoren kritisierten die Unwirtschaftlichkeit und den Investitionsstau der vergangenen Jahre. Überall sei man „auf sichtbar schlimme Folgen für die Wirtschaftlichkeit des Betriebs“ gestoßen, bekannte Kühne. Ein Investor müsste erst einmal einiges investieren bis das Traditionsunternehmen wieder wettbewerbsfähig wäre. Zu einem Einstieg konnte sich daher noch kein Investor durchringen.
Solche Worte dürften der Belegschaft nicht unbedingt Hoffnung geben. Rund 2.400 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Bis Ende September erhalten die Mitarbeiter noch Insolvenzausfallgeld von der Agentur für Arbeit, bis dahin muss ein Investor gefunden werden, ansonsten ist im Herbst Schluss, wie es Geschäftsführer Henning Koopmann schon vor einigen Wochen angekündigt hatte.
Etwas mehr Hoffnung haben die Angestellten von der österreichischen Tochter neckermann.at. Laut Wiener Zeitung sollen dort fünf ernsthafte Investoren im Rennen sein, von denen einige den gesamten Konzern übernehmen wollen. Allerdings drehen sich die Mühlen des deutschen Insolvenzverfahrens nach Meinung der Österreicher etwas zu langsam.





Kommentare
Keine Kommentare bisher.