Textilindustrie rechnet mit moderatem Wachstum
Nach eher flauen Jahren rechnet die deutsche Textil- und Modeindustrie wieder mit einem Umsatzwachstum. Der Verband t+m warnt allerdings davor, dass die hohen Energiepreise für einen Investitionsstau sorgen und mittelfristiges Wachstum gefährden. Der Kampf gegen das EEG ficht der Verband weiter unbeirrt.
Die deutsche Textilindustrie wächst in 2014 wieder moderat
Der Verband der deutschen Textil- und Modeindustrie (t+m) erwartet für das Gesamtjahr 2014 ein Umsatzplus von 1,8%. Laut einer t+m-Umfrage erwarten 94% der rund 1.200 angeschlossenen Unternehmen steigende oder zumindest gleichbleibende Umsätze. Positiv auf die Beschäftigtenzahlen auswirken wird sich das Wachstum allerdings nicht – die Zahl der Beschäftigten wird unter 120.000 sinken, prognostiziert der Verband.
Energiekosten sind Wachstumshemmer
„Die Textilindustrie ist insbesondere mit technischen Textilien Weltmarktführer. Auch der Umsatz mit Heimtextilien und Bekleidung wird in 2014 steigen. Innovative Produkte sind im In- und Ausland gefragt. Dies gilt für Carbon-Faserprodukte ebenso wie für werthaltige Kleidung. Erkennbar ist aber auch, dass das Wachstum deutscher Unternehmen zu wichtigen Teilen im Ausland erreicht wird“, kommentiert t+m-Präsidentin Ingeborg Neumann. Laut ihrer Einschätzung sind vor allem die Energiekosten in Deutschland ein „immenser Standortnachteil“. Das Gezeter um das EEG und die aktuell hohen Stromkosten verhindern Investitionen. Während die Zahl der im Inland investierenden Unternehmen um 6,5% auf 44% zurückgeht, verdoppelt sich die Zahl der im Auslandinvestierenden Unternehmen von knapp 4% auf mehr als 8%.
Für den Fall des EEG: Eine Branche kämpft weiter
Die gesamte deutsche Textilbranche hält die EEG-Abgabe für verfassungswidrig. Allerdings hat einer der vom t+m unterstützten Musterklagen nun einen Dämpfer bekommen, denn der Bundesgerichtshof wies die Revision gegen ein Urteil des OLG Hamm ab. Mit der Zurückweisung der Revision durch den BGH ist eine weitere Zwischenstation auf dem Weg nach Karlsruhe erreicht. Dem Kläger steht damit die Verfassungsbeschwerde offen. Das höchste deutsche Gericht wird dann endgültig darüber entscheiden, ob das aktuelle Fördersystem für die Erneuerbaren Energien zulässig ist.
Foto: archiv







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