Quasi eine „4- mit Rücksicht auf die Eltern“. Die Verbände der deutschen Mode- und Textilverbände teilen die Ziele des „Bündnisses für nachhaltige Textilien“, halten aber die Umsetzung für nicht machbar und erteilen so dem Vorstoß von Entwicklungsminister Müller eine deutliche Absage.

Textilarbeiter Kambodscha

Gut gemeint, schlecht durchdacht: Das Textilbündnis ist nicht umsetzbar

Die deutsche Mode- und Textilindustrie kritisiert den Vorschlag von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Wie die Verbände GermanFashion und Textil+Mode (t+m) Ende vergangener Woche mitteilten, werden sie keine Partner des Bündnisses werden. Grundsätzlich teilte man die Zielsetzung des Bündnisses, möglichst gute Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern zu schaffen, aber viele der im Aktionsplan formulierten Forderungen sind nicht realisierbar. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Durchsetzung der in Deutschland üblichen Sozialstandards sowie der Verzicht auf einige unersetzbare chemische Stoffe.

Um aber ihrer Rolle gerecht zu werden, versprachen die Verbände der deutschen Mode- und Textilindustrie weiter konstruktiv an der Diskussion um bessere Arbeitsbedingungen in Zulieferstaaten teilzunehmen. Gleichzeitig wollen die Verbände eine Informationskampagne durchführen und Ziele und Maßnahmen des Bündnisses vorstellen. Jedes Unternehmen soll dann selbst prüfen, ob es auf der Basis der im Annex des Aktionsplans formulierten Anforderungen Mitglied im „Bündnis“ werden kann. „Wir werden unsere Anstrengungen für bessere Arbeitsbedingungen und einen schonenden Umgang mit der Umwelt weiter kontinuierlich verbessern, auch wenn die allermeisten unserer Mitgliedsfirmen keine eigenen Fabriken in diesen Ländern betreiben und deswegen nur geringen Einfluss auf die Produktionsbedingungen haben“, so t+m Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Mazura und GermanFashion-Hauptgeschäftsführer Thomas Rasch mit Verweis darauf, dass sich heute bereits viele Unternehmen bei Lieferantenverhandlungen am Code of Conduct des t+m Gesamtverbands orientieren. Vollständige Transparenz sei aber aufgrund der Komplexität „kaum möglich“, denn beispielsweise bei der Herstellung eines simplen Herrenoberhemdes sind allein rund 140 Hersteller- und Logistikfirmen beteiligt. Der nachhaltigere und effektivere Ansatz wäre es, auf die lokale Politik einzuwirken und Entwicklungshilfe zu setzen.

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