Wöhrl schwächelt wie alle
Der Nürnberger Multibrand-Händler kann dem kraftlosen Branchentrend nichts entgegensetzen und musste Winterware mit großen Abschlägen verkaufen. Umsatz und Ertrag liegen im ersten Halbjahr 2014/15 deutlich unterm Vorjahr. Ein Onlineshop soll zukünftig Erleichterung bringen.
Wöhrl will sein stationäres Sortiment ins Netz bringen
Die Rudolf Wöhrl AG hat das erste Halbjahr 2014/15 (August 2014 bis Januar 2015) mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang abschließen müssen. Die Erlöse sanken um mehr als 7% von 182,6 Mio. Euro auf 169,5 Mio. Euro. Die starken „Vergleichszahlen aus dem Vorjahr, in dem wir mit vielen Marketingaktionen unser 80-jähriges Firmenjubiläum gefeiert haben“ erschwerten neben den schwierigen Witterungsbedingungen ein Anknüpfen ans Vorjahr. Insbesondere in den Monaten September bis Dezember gab es wetterbedingt herbe Umsatzeinbußen. Neue Wettbewerber und ein steigender Marktanteil von Online-Playern schlugen zusätzlich auf die Frequenz. Wöhrl versuchte mit Rabattaktionen gegenzusteuern, zulasten des Ergebnis und der Marge. Kostenvorteile durch die verstärkte Zusammenarbeit von Wöhrl und SinnLeffers wurden dadurch wieder neutralisiert. Das EBIT sank sogar auf weniger als die Hälfte, von 6,6 Mio. Euro auf 3,2 Mio. Euro.
Besser positioniert: Wetterunabhängige Kollektionen und nur noch profitable Standorte
Im zweiten Halbjahr hofft die Unternehmensleitung, dass die Kostensynergien voll zum Tragen kommen. Gleichzeitig hat das Management Maßnahmen ergriffen, um in Zukunft gegen etwaige Witterungsschwankungen, steigende Beschaffungskosten und verändertes Einkaufsverhalten gewappnet zu sein. So sollen die Kollektionen häufiger gewechselt werden, vor allem wetterneutralere Zwischenkollektionen sollen kontinuierlich Kaufanreize bieten, um Flächen so optimal auszureizen und Rabattaktionen zu vermeiden. Parallel wurde das Filialportfolio unter die Lupe genommen: Wöhrl schließt in Zwickau und eröffnete gleich drei neue Topmarken-Outlets in Forchheim, Waidhaus und Halle.
Lieber spät als nie: Start mit Onlinehandel
Um sich ein Stück vom (noch) wachsenden Onlinehandel-Kuchen zu sichern, ist ein Relaunch des Onlineauftritts geplant. Konkret soll es neben einem eigenen Onlineshop für Wörhl und dem Concept Store U-eins auch eine Curated-Shopping-Lösung geben wie sie auch schon Online-Konkurrenten wie Zalando und P&C eingeführt haben.







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