Tom Tailor trotz roter Zahlen kerngesund
Der hanseatische Modekonzern kann im ersten Halbjahr zweistellige Zuwächse bei Umsatz und bereinigtem EBITDA vermelden. Wegen einer teuren TV-Werbekampagne steht unterm Strich zwar ein Minus, dennoch beteuert das Unternehmen, in einer ausgezeichneten Verfassung zu sein.
Geschäftstüchtige Hanseaten: Tom Tailor rechnet im zweiten Halbjahr mit einem fetten Umsatz- und Gewinnsprung
Die Tom Tailor Holding AG knüpft im ersten Halbjahr 2012 an die dynamische Entwicklung der Vorjahre an: Der Umsatz stieg um 17,7% auf 207,8 Mio. Euro, wobei die forcierte Flächenexpansion im Retail-Segment und der eShop die zentralen Wachstums-treiber waren. Seit Ende Dezember 2011 wurden insgesamt 21 neue Stores eröffnet. Insgesamt setzte Tom Tailor mit den mittlerweile 269 eigenen Stores im ersten Halbjahr 85,5 Mio. Euro um (+34,6%). Damit liegt der Retail-Anteil am Gesamtumsatz nunmehr bei über 41%. Das flächenbereinigte Wachstum im ersten Halbjahr betrug 13,5%. Durch die breit angelegte TV-Werbekampagne kletterten die Umsätze im eShop um 47% auf 15,4 Mio. Euro. Die Erlöse im Wholesale-Segment, das auch die Franchise-Stores und Shop-in-Shop-Flächen umfasst, verbesserten sich um 8,1% auf 122,3 Mio. Euro. Insgesamt stieg die Zahl der Shop-in-Shop-Flächen um 103 auf 1.889 und die Zahl der Franchise-Store um vier auf 159 Stores.
Die Premiere von Tom Tailor Polo, hier beim Polo-Turnier auf der Bread & Butter im Juli, wird im Fachhandel gut angenommen
„Wir haben im ersten Halbjahr strategisch wegweisende Maßnahmen umgesetzt. So ist Tom Tailor seit März mit einer TV-Kampagne präsent, die insbesondere unserem Online-Handel einen deutlichen Umsatzschub gegeben hat. Auf die erstmalige Präsentation unserer neuen Marke Tom Tailor Polo Team erhielten wir von unseren Handelspartnern eine sehr positive Resonanz“, kommentierte Dieter Holzer, Vorstandsvorsitzender von Tom Tailor. „Tom Tailor entwickelte sich trotz widriger Wetterbedingungen wieder einmal besser als der Branchendurchschnitt und auch operativ haben wir uns sehr gut entwickelt.“
Das bereinigte EBITDA hat sich trotz zusätzlicher Aufwendungen für die TV-Kampagne und die Einführung der neuen Polo-Linie um 16% auf 11,8 Mio. Euro verbessert, was zeige, dass die Unternehmensstrategie greife und das Kerngeschäft von Tom Tailor kerngesund sei. Auch wenn das Periodenergebnis mit einem Minus von 7,2 Mio. Euro deutlich negativ ausfiel, spiegele dies aufgrund einger Einmaleffekte wie der Refinanzierung, erhöhte Marketingaufwendungen, Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme von Bonita und Steuernachzahlungen nicht die tatsächlich positive Entwicklung des Konzern wider. Nur weil das Kerngeschäft so gut funktioniere, sei überhaupt erst die Übernahme von Bonita möglich gewesen. Die Transaktion soll in Kürze abgeschlossen werden und ein Zukunft für weiteres starkes Wachstum sorgen.
Gute Aussichten trotz Wirtschaftsflaute
Für die traditionell etwas stärkere Jahreshälfte und der rückwirkenden Konsolidierung des Bonita-Geschäfts zum 1. August rechnet der Vorstand nun damit, dass sich die Ergebnisse in die Gewinnzone drehen. Der Gesamtumsatz soll zwischen 625 und 635 Mio. Euro liegen, das bereinigte EBITDA zwischen 70 und 75 Mio. Euro.
Fotos: Tom Tailor / Bread & Butter (Ugur Orhanoglu)







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