Textilindustrie hat wieder einen Tarifvertrag
Zum Abschluss gebracht! In der dritten Verhandlungsrunde haben sich Arbeitgeber und IG Metall über einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Gewonnen haben beide Seiten - ein bisschen.
Schwarz auf Weiß: Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich auf einen Tarifvertrag geeinigt
In der Nacht vom 13. November einigten sich die Arbeitgebervertreter der westdeutschen Textilindustrie mit der IG Metall auf einen neuen Tarifvertrag. Der sieht vor, dass die Beschäftigten von Januar bis Mai Einmalzahlungen von 60 Euro pro Monat erhalten. Auszubildende erhalten 30 Euro monatlich. Darüber hinaus steigen die Vergütungen ab Juni 2015 um einen Sockelbetrag von 60 Euro monatlich und ab Juni 2016 um weitere 2,4%. Insgesamt steigen die Löhne und Gehälter damit ungefähr um die von der Gewerkschaft geforderten 5% – wenn auch in zwei Stufen. Gleichzeitig konnten die Arbeitgeber Öffnungsklauseln hineinverhandeln, die es ermöglichen, das Ergebnis an die jeweilige betriebliche Situation anzupassen, bspw. die Einmalzahlungen zu verschieben oder ganz auszusetzen. „Wir haben ein Ergebnis erzielt, das für die meisten unserer Betriebe die Grenze der Belastbarkeit markiert“, erklärt Wolfgang Brinkmann, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite. „Angesichts der seit Sommer stark eingetrübten wirtschaftlichen Lage schauen viele Unternehmen mit Besorgnis auf die weitere Entwicklung. Die steigenden Lohnkosten, einschließlich der Kosten für die verpflichtende Altersteilzeit, müssen nun trotz des unsicherer werdenden Auslandsgeschäfts erst einmal verdient werden.“
Einen Sieg konnte die Gewerkschaft beim Thema „Verpflichtende Altersteilzeit“ erringen. Arbeitgeber führen sie für maximal 2% der Belegschaft ein, wobei insbesondere für die unteren Einkommensgruppen überproportionale Aufzahlungen vereinbart wurden. Der Vertrag läuft bis zum 31. Januar 2017. Darüber hinaus verständigten sich die Tarifparteien auch darauf, einige ältere Tarifverträge wie den für die Optimierung der Maschinenlaufzeiten an die aktuelle Rechtslage anzupassen.
Beide Seiten haben sich auf eine Erklärungsfrist bis zum 12. Dezember 2014 verständigt. Bis zu diesem Termin wird das Tarifergebnis in den regionalen Tarifkommissionen beraten und über die Annahme entschieden.









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