Schlichting und Flip vor dem Aus
Das große kleine Sterben? Das traditionsreiche Kindermodehaus aus München musste Insolvenz anmelden. Der Verwalter hat noch Hoffnung. Düster sieht es dagegen für den Fashionstore aus Schwabing aus, da läuft bereits der Ausverkauf.
Für Schlichting besteht noch Hoffnung – an einem anderem Standort
Der Kindermodehaus Schlichting hat am 14. November beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt (Az.: 1500 IN 3560/14). Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Michael George von der Kanzlei Lecon bestellt. Laut Mitteilung rutschte das seit 1932 bestehende Traditionshaus nach dem Umzug vom Lehel in einen Neubau mit der Nummer 35 am ruhigeren Ende der Maximilianstraße in die finanzielle Schieflage. Die „Schere zwischen rückläufigen Umsatzzahlen und gestiegenen (Miet)Kosten“ konnte die Geschäftsleitung trotz eingeleiteter Sanierungsmaßnahmen nicht aufhalten. Mit dem Insolvenzantrag soll ein nachhaltiger Sanierungskurs, am besten mit einem neuen günstigeren, aber zentraleren Standort, eingeleitet werden. George glaubt noch an einen Neuanfang für den Kindermodeanbieter, der mit dem Slogan „Das große kleine Glück“ wirbt: „Schlichting ist in München ein fester Begriff für Baby- und Kindermode. Wir sind daher sehr zuversichtlich, eine Fortführungslösung für das Unternehmen zu entwickeln. Das Insolvenzrecht bietet uns dazu die geeigneten Sanierungswerkzeuge.” Das Arbeitsamt übernimmt die nächsten drei Gehaltszahlungen für die 18 Mitarbeiter, die selbst durch weiterhin exzellenten Service und gute Beratung ihren Teil für das Fortbestehen des Traditionshauses beitragen wollen.
Adieu FLIP – die Schwabinger werden es vermissen
AusgeFLIPt
Weniger gut bestellt ist es um die Zukunftsaussichten der Schwabinger auf hochwertige Contempory Fashion spezialisierte Boutique FLIP von Gabriele Bohlen und Reinhard Pascher. Auch das Geschäft, das immerhin auch mehr als 25 Jahre zu Münchens Shoppinglandschaft zählte, hat Ende Oktober Insolvenz angemeldet. Hoffnung auf Sanierung besteht wohl nicht, denn der Insolvenzverkauf läuft vom 22. November bis 6. Dezember. Grund für die Schieflage waren sicher auch im Fall von Flip die allgemein veränderte Wettbewerbssituation durch vertikale Filialisten und die zunehmende Frequenzschwäche im stationären Handel.
Foto: (2) Flip Munich







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