Das erste Halbjahr 2014/15 schloss der Modeanbieter aus Schwarzach am Main mit Umsatz- und Ergebniszahlen unterhalb der eigenen Erwartungen ab. Für das Gesamtjahr wird weiter mit Verlusten gerechnet, aber 2015/16 soll es wieder ein positives Ergebnis geben.

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René Lezard macht momentan noch Abstriche bei Umsatz und Ergebnis, aber ist optimistisch bald nachhaltig die Trendwende einleiten zu können

Die René Lezard Gruppe hat wegen geplanter Store-Schließungen und Flächenreduktionen mit Umsatzeinbrüchen im ersten Halbjahr 2014/15 (April bis September) kalkuliert – allerdings hat dann die Kaufzurückhaltung aufgrund des sehr milden Herbstbeginns den Abverkauf der neuen Herbst/Winterware erheblich beeinträchtigt. Rückgänge im Corporate Fashion Bereich sowie Rücknahmen zur Unterstützung der Wholesale-Kunden führten zu weiteren Umsatzschmälerungen. Insgesamt sanken die Erlöse um 13,4% auf 22,6 Mio. Euro. Die Gesamtleistung belief sich in den ersten sechs Monaten auf 25,2 Mio. Euro, nach 27,4 Mio. Euro im Vorjahr.

Die Umsatzdelle wirkt sich auch auf das Ertragsbild aus: Das operative Ergebnis (EBIT) rutschte auf -0,9 Mio. Euro (+1,1 Mio. Euro im Vorjahr) und der Jahresüberschuss sank auf -1,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro). Aufgrund des schlechten Startes ins zweite Halbjahr rechnet man in Schwarzach auch nicht mehr mit einer Ergebnisverbesserung, sondern korrigierte die Prognose auf das Niveau des Vorjahres oder leicht darunter: „Wir tragen mit unserer neuen Einschätzung des Ausblicks der Entwicklung der Textilbranche Rechnung und berücksichtigen das veränderte Umfeld auch im Rahmen der Fortführung unserer Strategie“, begründet es CEO Heinz Hackl.

Trotzdem ist das Management in Schwarzach weiter optimistisch: Die Neueröffnungen in Berlin, München und bald auch in Regensburg sowie eine Reihe neu eröffneter Factory Outlets (u.a. in Wolfsburg) werden zu Umsatzimpulsen im zweiten Halbjahr führen und gemeinsam mit weiteren Maßnahmen zu einer erhöhten Flächenproduktivität führen. Der überarbeitete Onlineshop, der aktuell für nur rund 1% der Gesamterlöse steht, soll als verlinktes Instrument im stationären Handel ebenfalls zum Unternehmenswachstum beitragen. Außerdem wurde die Konzernfinanzierung durch Banken bis März 2017 sichergestellt. Die Anleihe soll dann wie geplant zurückgezahlt werden. Die jährlichen Zinszahlungen können wie vereinbart geleistet werden. Gleichzeitig wurden die internen Strukturen mit Oliver Berger als Chief Sales Officer und Thomas Hill als neuen Chief Brand Officer gestärkt, um so die Wachstumsstory von René Lezard auch personell zu untermauern.

Mit der finanziellen Sicherheit und einer gesteigerten Retailpräsenz soll dann 2015/16 der nachhaltige Turnaround erreicht werden. Die Geschäftsführung rechnet ab dann mit wachsend positiven Ergebnissen. Trotzdem muss das Unternehmen aufpassen, dass es nicht in die „Strenesse-Falle“ tappt: Aktuell werden rund 37% des Umsatzes in Outlets (12) erreicht, dagegen nur knapp 25% mit eigenen Läden (12) und 38% über Wholesale-Kunden. Die Marke muss aufpassen, dass die Ratio – auch im Sinne einer verbesserten Flächenproduktivität -stimmt und sie nicht zur Outlet-Marke verkommt. Die Kollektionen sind gut genug, jetzt liegt es an der Umsetzung.