Der Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzern wird nach roten Zahlen im laufenden Geschäftsjahr wenigstens eine „schwarze Null“ erreichen. Umsatzzuwächse bei Tochterunternehmen wie Baur, Otto oder Bonprix, aber auch die gute Entwicklung beim Versender Hermes sollen dabei helfen.

Die Otto Group wächst solide und will wieder schwarze Zahlen schreiben

Die Otto Group wächst solide und will wieder schwarze Zahlen schreiben

Die Otto Group schlägt sich wacker. Mit Kostendisziplin und Umsatzsteigerungen kann der Konzern laut Hamburger Abendblatt für das im August abgelaufene erste Halbjahr ein positives Ergebnis vor Steuern (EBT) ausgewiesen. Für das im Februar 2016 endende Gesamtjahr ist Vorstandschef Hans-Otto Schrader optimistisch, ebenfalls eine „schwarze Null“ beim EBT zu erreichen. Insgesamt hat das Umsatzplus der Gruppe in den ersten sechs Monaten bei 4,2% gelegen – und damit deutlich über der ausgegebenen Prognose von 3%. Dabei entwickelte sich der Versandhandel genauso positiv wie das Logistikgeschäft der Tochter Hermes. Die eCommerce-Aktivitäten lagen weltweit 8,3% über dem Vorjahreswert, in Deutschland sogar 9,5% darüber. Die umsatzstarke Kernmarke Otto soll 6% mehr umgesetzt haben als im Vorjahr. Das auf günstige Mode spezialisierte Tochterunternehmen Bonprix hat im ersten Halbjahr dank guter Entwicklung in Auslandsmärkten wie den USA und Westeuropa und einer stabilen Rendite von 5% sogar ein Umsatzplus von 12% erreicht. Auch die Baur-Gruppe bleibt mit 4% Umsatzplus auf profitablem Wachstumskurs. Anders als Bonprix erwartet Baur aber für die Herbst/Wintersaison ein reduziertes Wachstumstempo. Die noch recht junge eCommerce-Tochter Collins konnte ihre Umsätze auf niedrigem Niveau sogar verdreifachen und rechnet für das Gesamtjahr mit einem „hohen zweistelligen Millionenumsatz“.

Aufgrund der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage in Russland und der Schwierigkeiten in Frankreich erwartet der Hamburger Konzern auch in diesem Jahr weitere Belastungen. Die Otto Group musste wegen den Schwierigkeiten im Auslandsgeschäft und hohen Investitionen in IT, Logstik und neue Geschäftsmodelle im Geschäftsjahr 2014/15 einen Verlust von 196 Mio. Euro ausweisen. Das EBT hatte damals bei -125 Mio. Euro gelegen.