Esprit: Gewinn bricht um die Hälfte ein
Weiter im Sinkflug: Der Hongkonger Modekonzern hadert in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2014/15 weiter mit rückläufigen Umsatz- und Ergebniszahlen. CEO Jose Martínez bleibt trotzdem zuversichtlich.
Die neuen ‚vertikalen Kollektionen‘ werden von Wholesale-Kunden von Saison zu Saison besser angenommen und bieten daher Anlass für Optimismus
In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres (Juli bis Dezember 2014) musste die Esprit Holdings Limited einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 13,2% auf 10,716 Mrd. HK-Dollar (1,22 Mrd. Euro) hinnehmen. Im Winterquartal (Oktober bis Dezember) verringerte sich der Umsatz entsprechend der Reduzierung der Verkaufsfläche um 10%.
Der Abverkauf in Europa wurde stark vom späten Winterstart beeinträchtigt. In Deutschland, mit knapp 47% Umsatzanteil immer noch mit Abstand der größte Esprit-Markt, sanken die Erlöse ebenfalls. Im Wholesale lag der Rückgang bei 9% auf 1,908 HK-Dollar (217 Mio. Euro), wobei das fast kongruent mit der Flächenreduzierung bei Wholesale-Partnern ist. In den eigenen Läden sanken die Erlöse um 14,5% auf 3,110 Mio. HK-Dollar (353 Mio. Euro), was auf sechs Schließungen und zum anderen auf die aggressiv reduzierten Abverkäufe im Spätherbst zurückzuführen ist. Die Abwertung des Euros beeinflusste das berichtete Geschäftsergebnis darüber hinaus substantiell, da ungefähr 78% der Erlöse in Euro generiert werden. Positiv dagegen sollte die Entwicklung der Trend Division hervorgehoben werden, die im rein vertikalen Geschäftsmodell reaktionsschnell Produkte entwickelt, und im ersten Halbjahr ein Plus von mehr als 68% erreichte. Die positive Reaktion auf die ersten vertikalen Kollektionen zeigen, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist und das Model in den nächsten Monaten weiter parallel zum Ausbau des Omnichannel-Modells implementiert werden soll.
Im ersten Halbjahr zeigte sich auch, dass die straffere Lieferkette bereits erste Einsparungen erzielte: Die Bruttomarge verbesserte sich leicht auf 50,5%. Auch die Betriebskosten sanken merklich. Die Gruppe blieb profitabel, auch wenn das EBIT massiv von 254 Mio. auf 37 Mio. HK-Dollar abstürzte und der Nettogewinn mit 47 Mio. HK-Dollar (5 Mio. Euro) nur noch die Hälfte des Vorjahres (95 Mio. HK-Dollar) betrug.
Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres hält sich der Konzern mit optimistischen Aussagen zurück, da wegen der Umsetzung des neuen vertikalen Modells Umsatzschwankungen zu erwarten sind und das Geschäftsumfeld in den meisten Märkten „herausfordernd bleibt“. Für das Retail-Geschäft erwartet Esprit insgesamt einen Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich, da weiter unrentable Geschäfte geschlossen werden. Dagegen wird eine verbesserte Flächenproduktivität erwartet. Insgesamt soll der Umsatzrückgang der Reduzierung der kontrollierten Flächen entsprechen, wobei die Bruttomarge weiter steigen soll.
Foto: Esprit







Kommentare
Keine Kommentare bisher.