Strenesse macht weiter insolvent
Weiter in Rettungsmodus: Da sich offenbar noch kein neuer Investor gefunden hat, wechselt der Nördlinger Modeanbieter Anfang Juli von der vorläufigen Insolvenz ins reguläre Insolvenzverfahren.
Kein Investor in Sicht: Strenesse bleibt weiter im Sanierungsmodus
Am 1. Juli wechselt die Strenesse AG aus dem vorläufigen ins reguläre Insolvenzverfahren, berichtet die FAZ Ende letzter Woche. Dabei soll es bei der bisher erprobten Eigenverwaltung bleiben. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Amtsgericht Nördlingen der Eigenverwaltung zustimmt. Luca Strehle, der schon mit Unterstützung von dem vorläufigen Sachwaltern Jörg Nerlich und dem Sanierungsexperten Michael Pluta in dem seit April laufenden vorläufigen Insolvenzverfahren agiert hat, bleibt damit am Steuer des schwankenden Modefrachters.
Die Chancen, dass Strenesse am Markt bleibt, stehen aber gar nicht so schlecht – laut Planung. Denn auch ohne das Insolvenzgeld soll es dem Unternehmen gelingen, sich aus eigener Kraft zurück in die Gewinnzone vor zu arbeiten, soll Pluta dem Blatt gesagt haben. Drastische Sparmaßnahmen bei Personal und im eigenen Retail sollen dazu beitragen, dass im laufenden Geschäftsjahr 2014/15 sogar ein „kleiner operativer Gewinn“ drin sein soll.
Drastisch ist die Situation dennoch, schließlich sitzt Strenesse auf Schulden von 20 Mio. Euro. Davon entfallen allein 12 Mio. Euro aus der im März 2013 begebenen Anleihe, die im erst in diesem Februar um weitere drei Jahre bis 2017 verlängert wurde. Dafür werden jedes Jahr 9% Zinsen fällig, also mehr als 1 Mio. Euro. Bei Umsätzen von rund 42 Mio. Euro ist das eine nicht ganz unerhebliche Belastung für ein Unternehmen. Um letztlich doch noch den ersehnten Investor zu finden, wird Strenesse mit seinen Gläubigern eine Einigung finden müssen, die einen drastischen Schuldenschnitt vorsieht.




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