Strenesse kann erstmal aufatmen
Krise vorerst abgewendet: Die Gläubiger des Nördlinger Modehauses gewähren dem Unternehmen einen dreijährigen Zahlungsaufschub. Damit bleibt Zeit, ein umfassendes Sanierungskonzept umzusetzen.
Strenesse hat bis 2017 Zeit, sich wieder aufzurappeln
Auf der Gläubigerversammlung der Strenesse AG wurde bis zum Donnerstagabend diskutiert, aber letztlich hat es sich gelohnt – zumindest für das Nördlinger Familienunternehmen. Das konnte seinen Gläubigern eine Verschiebung der Rückzahlung der 12Mio. Euro-Schuldverschreibung um drei Jahre aus dem Kreuz leiern und bleibt damit zahlungsfähig.
Damit ist der Weg frei für das Sanierungskonzept von Vorstand Luca Strehle. Die Gläubiger befürworteten die einzelnen Punkte des Konzeptes mit mindestens 95%, teilte das Unternehmen mit. „Damit ist für das Unternehmen ein wichtiger Baustein der Finanzierung gesichert“, so Strehle in der Pressemitteilung. Der bis 2017 laufende Restrukturierungsplan sieht u.a. vor, dass 10 bis 20% der rund 220 Arbeitsplätze am Standort Nördlingen abgebaut werden sollen, berichten einige Medien. Zusätzlich ist Strehle auf der Suche nach weiterem Kapital in Höhe von rund 2 bis 4 Mio. Euro und steht bereits in Gesprächen mit möglichen Investoren.
Strenesse hatte im März 2013 bei institutionellen Investoren eine Anleihe über 12 Mio. Euro aufgenommen, die eigentlich in diesem März zurückgezahlt werden sollte. Die Anleihe, die mittlerweile frei gehandelt wird, ist wegen der finanziellen Schwierigkeiten auf 60% des ursprünglichen Wertes abgestürzt.
In den roten Zahlen
Laut Bundesanzeiger hat die Strenesse AG im Geschäftsjahr 2011/12 (Stichtag: 31. Mai) knapp 66 Mio. Euro umgesetzt, bei einem Jahresfehlbetrag von 1,1 Mio. Euro. Im Jahr zuvor steckte das Unternehmen bereits mit einer viertel Million in den roten Zahlen. Es ist wahrscheinlich, dass sich die angespannte Finanzlage in den letzten Monaten nicht unbedingt verbessert hat.







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