Strenesse meldet Insolvenz an
Ein weiterer Sargnagel? Das Nördlinger Modeunternehmen hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Es ist ein weiterer Versuch, sich selbst zu sanieren. Wenn der nicht gelingt, bedeutet das wohl das Aus für die Glamour-Marke aus Schwaben.
Nachdem sich der schwäbische Hersteller für Premiummode seit Längerem in finanziellen Schwierigkeiten befindet, drohte im Februar 2014 die Zahlungsunfähigkeit. Im März wäre nämlich die Rückzahlung einer 12-Mio. Euro-Anleihe fällig geworden, doch Strenesse konnte seinen Gläubigern einen Zahlungsaufschub von drei Jahren aus dem Rücken leihern. Bis 2017 hätte das Unternehmen Zeit gehabt, einen Sanierungsplan umzusetzen und Investoren zu finden.
Doch offenbar hatte das Unternehmen die Zeit doch nicht: Am Mittwoch stellte Strenesse beim Amtsgericht Nördlingen einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Als Grund nannte das Unternehmen „drückende Altlasten“. Mit dem Verfahren bleibt Luca Strehle weiter im Amt, was den meisten Gläubiger wohl kaum schmecken wird, aber er bekommt einen so genannten Sachwalter an die Seite gestellt. Die Rolle soll Jörg Nerlich von der Kanzlei Görg, die damals auch schon bei Karstadt tätig war, übernehmen. Zudem hat das Unternehmen den Sanierungsspezialisten und Rechtsanwalt Michael Pluta zum Chief Restrukturing Officer ernannt.
Mit dem vorläufigen Insolvenzverfahren hat das Unternehmen dann erst mal so viel Luft, um einen Sanierungsplan zu erarbeiten, ohne durch Maßnahmen der Gläubiger unter Druck gesetzt zu werden, und eine Entschuldung gegen den Willen der Gläubiger zu ermöglichen. Strehle und Pluta haben die Absicht, das Unternehmen „schnellstmöglich wieder profitabel“ aufzustellen. „Wir wollen den begonnenen Weg der Restrukturierung weiter fortsetzen und das Unternehmen künftig so aufstellen, dass wir Wachstumschancen nutzen und dabei sehr kostendiszipliniert arbeiten“, so Strehle in der Mitteilung.








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