Die verheerenden Regenfälle in Pakistan können 30% der Baumwollernte vernichten – das entspräche 2 Millionen Ballen. Die Überflutung der Baumwollfelder in Pakistan könnte die Baumwollpreise im nächsten Jahr auf einen historischen Höchststand bringen.

Menschen in der Provinz Punjab retten sich auf einen Wagen - ihre Ernten können sie nach den Überflutungen vergessen

Die monsunartigen Regenfälle haben in dem asiatischen Land nicht nur viele Todesopfer gefordert, Hunger und Seuchen verursacht und Millionen Menschen die Bleibe genommen – auch wirtschaftlich gehen die Schäden in die Milliarden.  Besonders schwer ist die Textilwirtschaft des Landes betroffen. Die pakistanische Baumwollvereinigung Cotton Ginners Association schätzt, dass über 2 Mio. Ballen Baumwolle durch die Regenfälle zerstört wurden. Das entspricht etwa 30 Prozent der erwarteten Ernte. „Wir werden weder das Ziel von 14,7 Mio. Ballen erreichen, noch werden wir den Stand der Vorjahresproduktion von 12,6 Mio. Ballen schaffen können“, erklärte Haji Muhammad Akram, der Vorsitzende der Vereinigung. Er schätzt, dass man letztlich wohl nur  knapp über 10,2 Mio. Ballen produzieren wird.

Besonders die südlichen armen Provinzen des Landes im sogenannten “Erntekorb” sind schwer von den Überflutungen betroffen. Der Gouverneur der Provinz Punjab, Salam Taseer, schätzt die Schäden durch die Wassermassen auf 2 Mrd. Dollar, gegeben falls mehr, insbesondere wegen der wertvollen Baumwolle. Pakistan ist der zweitgrößte Baumwollproduzent der Welt.

Auch die Weltwirtschaft bleibt von der Flut nicht unbehelligt. Analysten gehen davon aus, dass die Preise für Baumwolle stark steigen werden und die Nachfrage nach indischer Baumwolle anziehen wird. Bereits im letzten Jahr stieg der Baumwollpreis um 27 Prozent. Durch die Ernteausfälle in Pakistan und Börsenspekulationen könnte es jetzt zu einem historischen Höchstpreis kommen. Die Lage könnte sich entspannen, wenn die USA, der weltweit größte Baumwollproduzent, seine erwartete Ernte von 19 Mio. Ballen einfährt. Im letzten Jahr fiel die Ernte mit 12 Mio. Ballen noch rund ein Drittel niedriger aus.

Foto: via picapp/Reuters/Adrees Latif