Der Gesamtverband textil+mode rechnet damit, dass die Zurückhaltung von vielen Textil- und Bekleidungsunternehmen nicht mehr lange durchzuhalten ist. Bald werden auch Verbraucher die erhöhten Rohstoffpreise beim Einkauf zu spüren bekommen.

Textile Rohstoffe werden immer teurer

Die Rohstoffpreise für natürliche und chemische Fasern steigen kontinuierlich. Erste Unternehmen aus der textilen Wertschöpfungskette, etwa Spinnereien, haben ihre Preise bereits erhöht. „Weitere Hersteller werden zwangsläufig folgen“, sagt Dr. Wolf-Rüdiger Baumann, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes textil+mode. Analysten rechnen damit, dass die Preiserhöhungen auch bald bei den Endverbrauchern ankommen werden.

Grund für die Preissteigerungen ist die sich ständig steigende Nachfrage, der ein immer begrenzteres Angebot gegenübersteht. Steigende Baumwollpreise, die im Oktober einen Höchststand erreichten, führen dazu, dass erdölbasierte Chemiefasern immer wichtiger werden und deren Einkaufspreis ebenfalls steigt. Auch die Preise von Wolle sind in diesem Jahr um 40% gestiegen. Analysten prognostizieren, dass sich die Preise mittelfristig auf diesem recht hohen Niveau einpendeln werden. Die Spirale steigender Preise dreht sich immer schneller, da Schwellenländer wie China eine überproportional steigende Nachfrage entwickeln. „Der internationale Konkurrenzdruck, vor allem aus Asien, nimmt zu“, so Baumann weiter. Zusätzlich wird die Entwicklung durch Börsenspekulationen und Exportverboten befeuert. Gegenmaßnahmen, wie die weitgehende Auflösung von Lagerbeständen und Staatsreserven oder die Ausweitung von Anbauflächen, können die Fehlmenge nicht ausgleichen.

Der Kostenanstieg setzt die Unternehmen immer weiter unter Druck. Entlang der textilen Wertschöpfungskette, angefangen von der Spinnerei über Weberei und Veredelung bis hin zur Endkonfektion, drohen die ohnehin nicht gerade üppigen Gewinnmargen von 2 bis 10% weiter zu schrumpfen, wenn die gestiegenen Einkaufspreise nicht mit Preissteigerungen gegenüber den industriellen Kunden kompensiert werden. Die steigenden Rohstoffkosten ziehen sich daher durch die gesamte Wertschöpfungskette hindurch und sind am Ende auch vom Verbraucher zu bezahlen.

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