Baumwollpreise sinken wieder
Abfallende Kurve auf hohem Niveau: Im April sank der Baumwollpreis leicht – das erste Mal innerhalb von sieben Monaten. Dank sinkender Nachfrage und dem Wechsel auf chemische Fasern entspannt sich der Markt nach dem monatelangen Baumwoll-Ralley.
Nach Auskunft des US-amerikanischen International Cotton Advisory Committee (ICAC) sank der Baumwollpreis im Cotlook A Index am 28. April auf 1,73 US-Dollar je Pfund, nach dem am 8. März ein Rekordwert von 2,44 US-Dollar pro Pfund verzeichnet wurde. Verglichen mit historischen Preisen liegt der Baumwollpreis damit zwar immer noch auf relativ hohem Niveau, aber die Lage scheint sich etwas zu entspannen. Die Hauptgründe für die sinkenden Preise sind nach Angaben der ICAC in der weniger stark gestiegenen Nachfrage zu finden. Dieser Rückgang ist wiederum durch sehr hohe Baumwollpreise, einem begrenzten Zugang zu Krediten sowie die Tatsache, dass Baumwollgarne gar nicht so hoch stiegen wie Rohbaumwolle, begründet. Daher reduzierten viele Baumwollspinnereien ihre Nachfrage nach Baumwolle.
Ernte übertrifft Produktion
Es wird erwartet, dass die globale Nachfrage nach Baumwolle im Erntejahr 2010/11 mit rund 25,1 Mio. Tonnen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Die verlangsamte Produktion in den Spinnereien und der Wechsel auf chemisch hergestellte Fasern lasse die Nachfrage nach Baumwolle und damit auch den Anteil von Baumwolle am weltweiten Fasermarkt sinken.
Bei der Produktion hingegen rechnet das ICAC mit einem Anstieg von 11% auf einen neuen Rekordwert von 27,6 Mio. Tonnen in 2011/12. Das steigende Angebot wird die Nachfrage stützen, wobei hohe Preise und der verschärfte Wettbewerb mit Kunstfasern die Produktion von gesponnener Baumwolle auf rund 3% sinken lassen werde, prognostiziert das ICAC. Die Baumwollernten werden in 2011/12 die Nachfrage der Spinnereien übertreffen, so dass Vorräte gebildet werden können.
Foto: via flickr








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