Und er ist weg... Und Berggruen ist wieder allein, allein... Vorstandschef Andrew Jennings verlängert seinen Vertrag nicht und tritt Ende des Jahres ab. Beim kriselnden Warenhauskonzern muss man sich auf die Suche nach einem neuen Kaufhaus-Chef machen.

Andrew Jennings wirft hin. Er wird seinen Vertrag über 2013 hinaus nicht verlängern

War es jetzt harmonisch oder doch nicht? Einen Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge, gab es zwischen dem Eigner Nicolas Berggruen und dem Vorstandsvorsitzenden Andrew Jennings Differenzen über die Strategie zur Rettung der Warenhauskette Karstadt und darüber, ob Berggruen sich finanziell involvieren muss. Eine am Sonntag hinterhergeschobene Unternehmensmitteilung dagegen stellt klar: Es gibt keinen Konflikt in der Führungsetage. Beide Herren befinden sich in „Harmonie mit einander“ und stimmen bei der „langfristigen Nachfolgeplanung für den CEO“ über ein. „Diese Nachfolgeplannung ist der normale Geschäftsverlauf und wir wollen die langfristige Beziehung mit Andrew Jennings über 2013 hinweg fortsetzen, wenn sein Vertrag offiziell endet”, so Nicolas Berggruen. Der Anfang 2011 als international renommierter Handelsexperte angetretene CEO will daran mitwirken, einen Nachfolger zu finden und bei Karstadt involviert bleiben.

Sowohl Berggruen als auch Jennings stünden zum Sanierungsplan „Strategie 2015“. Diese sieht Neupositionierung und eine Verschlankung der Strukturen vor. Allerdings, das räumte Berggruen letzte Woche gegenüber der Bild-Zeitung ein, dass er bei der Übernahme im Jahr 2010 nicht gewusst habe, „wie krank Karstadt nach 20 Jahren Missmanagement wirklich war“. Die Sanierung der Warenhauskette entpuppt sich als Mammutaufgabe, die mit Mitteln aus dem eigenen Cashflow offenbar nicht zu stemmen ist. Zuletzt hat Karstadt den Mitarbeitern erklärt, aus der Tarifbindung auszusteigen, um die Kosten für steigende Löhne und Gehälter zu sparen. Dieses Vorgehen stieß sowohl der Gewerkschaft als auch vielen Angestellten sauer auf. Gleichzeitig stehen immer noch Gerüchte über eine mögliche Zerschlagung des Warenhauskonzerns im Raum. Wie das Handelsblatt Online berichtet, könnten die Häuser der Premiumgruppe (KaDeWe, Alsterhaus, Oberpollinger) leicht einen Käufer finden, bei den anderen Häusern ist die Zukunft dagegen ungewiss. Bislang hatte Berggruen einen Verkauf der Premiumhäuser immer abgelehnt.

Foto: Karstadt