Risikoscheue Deutsche: Anders als im anglo-amerikanischen Raum gehen deutsche Konsumenten lieber auf Nummer sicher und kaufen ihre Last-Minute-Geschenke im stationären Handel. Dem deutschen Online-Handel entgingen zum letzten Weihnachtsfest deshalb rund 760 Millionen Euro.

Statistik ECC Online-Handel

Frage: Stellen Sie sich vor, Sie hätten am 23.12. noch Geschenke im Internet bestellen wollen. Welchen Online-Shops hätten Sie dann eine rechtzeitige Lieferung bis zum 24.12. um 14 Uhr zugetraut? Sie können bis zu drei Online-Shops eintragen.

“Auf die letzte Minute ein Geschenk besorgen?”, das kennen vermutlich fast alle Konsumenten. Doch dafür gehen die Deutschen lieber in ein Geschäft anstatt der Last-Minute-Lieferung einiger Anbieter zu vertrauen. Das zeigt auch die aktuelle Umfrage des ECC Köln in Zusammenarbeit mit time:matters. Mehr noch: Die Deutschen stehen jeder Art der Last-Minute-Lieferung eher skeptisch gegenüber. Ein gutes Drittel der befragten Konsumenten hätte sich im Weihnachtsgeschäft 2013 bei keinem Online-Shop darauf verlassen, dass das am 23. Dezember bestellte Geschenke noch rechtzeitig bis zur Bescherung geliefert wird. Einzig der Online-Riese Amazon genießt hier das Vertrauen der Konsumenten (50%).

Umsatzeinbußen

Durch das mangelnde Vertrauen in die rechtzeitige Lieferung entgeht den Online-Händlern ein nicht unerheblicher Umsatzanteil von durchschnittlich 109 Euro pro Kunde. Rund 15,5% der 500 befragten Konsumenten gaben an, aus diesem Grund im Weihnachtsgeschäft 2013 auf eine Internetbestellung verzichtet zu haben. Hochgerechnet auf alle deutschen Online-Shopper entspricht dies einem entgangenen Umsatz von rund 760 Mio. Euro. „Aus unserer Sicht birgt vor allem die bislang meist ungenutzte Lieferoption „Same Day“ Potenziale für Service und Kundenbindung, indem sie Online-Bestellung und Erhalt der Ware dem Kauf im Geschäft angleicht. Die Erfahrungen vieler Händler in USA und UK belegen schon heute, dass Same Day Delivery den Absatz steigern und die Retouren-Quote senken kann – nicht nur im Weihnachtsgeschäft“, so Franz Joseph Miller, Geschäftsführer von time:matters.Die Frage ist allerdings, ob deutsche Kunden bereit sind, für die schnelle Nummer extra zu zahlen. Für Händler gilt es, genau zu überlegen, welche speziellen Ziel- und Kundengruppen mit der schnellen Lieferung erreicht werden können und ob es sich für sie lohnen kann – gerade vor Feiertagen – hier zu investieren“, so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.

Grafik: ECC