Otto will Buchhaltung ausgliedern
Das Hamburger Versandhaus hat immer noch den Rotstift in der Hand. Rund 100 Beschäftigte sollen in eine neue Tochtergesellschaft ausgegliedert werden und auf einen Teil ihres Gehalts verzichten. Wenn sie dem Schritt nicht zustimmen, könnte sogar Stellenabbau drohen.
Otto setzt den Rotstift an und verlangt von einem Teil seinen Mitarbeitern einen Gehaltsverzicht
Otto steckt momentan in wohl in der schwersten Krise seit Bestehen des Versandhauses. Das Hamburger Unternehmen ist der zunehmenden Konkurrenz durch reine Onlinehändler wie Zalando und Amazon ausgesetzt, die deutlich schneller wachsen und dem Traditionsversandhaus die Kunden abjagen. Der Konzern zog im letzten Jahr die Reißleine und kündigte an, die drei zum Konzern gehörenden Universalhändler Otto, Baur und Schwab neu auszurichten und enger zusammen zu rücken, um Synergien freizusetzen und Kosten zu sparen. Insgesamt sollen dadurch 700 Stellen gestrichen werden, am liebsten natürlich sozialverträglich.
Ein Ausfluss des Sanierungsprogramms „Fokus“ ist die Ausgliederung der Buchhaltung der Otto GmbH & Co. KG in eine neu zugründende Tochtergesellschaft, berichtet das Hamburger Abendblatt. Am Montag wurden die Beschäftigten über die Maßnahme informiert. Im Zuge der Ausgliederung würden die rund 100 betroffenen Mitarbeiter aus den Bereichen Debitoren- und Kreditorenmanagement, Warenbuchhaltung, Kontierung und Konzernverrechnung auch auf einen Teil ihres Gehalts verzichten, da sie in neue, niedrigere Tarifgruppen eingestuft werden. Die Gehaltseinbußen sollen allerdings erst nach zwei Jahren in vollem Umfang greifen.
Die Mitarbeiter müssen der Umgruppierung formal noch zustimmen. Doch eine Wahl haben sie kaum, denn das Management bietet als Alternative Stellenabbau oder die Verlagerung der Arbeitsplätze nach Bayern zu Baur oder an andere Standorte.
Foto: Otto Group





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