Otto Group setzt weiter den Rotstift an
Fokussierung mit FOKUS: Der hanseatische Versandhauskonzern steckt mitten in seinem Restrukturierungsprogramm und profitiert bereits von der Verschlankung und der stärkeren Profilierung bei den Universalversändern Otto, Baur und Schwab. Doch 270 Stellen müssen noch abgebaut werden.
In der Zentrale von Otto sollen noch rund 200 Stellen gestrichen werden
Die Otto Group steht weiter zu dem Zukunfts- und Restrukturierungsprojekt FOKUS, das die drei Universalversender Otto, Baur und Schwab in „eine langfristig erfolgreiche Zukunft“ führen soll und gleichzeitig ein Novum in der Unternehmensgeschichte darstellt, denn so radikal umgebaut und gekürzt hat das Hamburger Familienunternehmen noch nie. Alexander Birken, Konzernvorstand Multichannel Distanzhandel und verantwortlich für FOKUS, auf dem richtigen Weg: „Sowohl die Abschlüsse des abgelaufenen Geschäftsjahres als auch die ersten Zahlen dieses Geschäftsjahres belegen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Die Ergebnisentwicklung von Otto, Baur und Schwab ist sehr positiv.“
Abgeschlossen ist das Projekt allerdings noch lange nicht: Neben einer Vielzahl „markenstärkender Kundenmaßnahmen“ müssen weiterhin Prozesse und Strukturen effizienter gestaltet und weiteres Personal abgebaut werden – nur so können die drei deutschen Versandschwergewichte im wettbewerbsintensiven und immer agiler werdendenOnlinemarkt mithalten. So heißt es in Hamburg (Otto), Burgkunstadt (Baur) und Hanau (Schwab) weiterhin Verschlanken und Synergien schaffen. Überschneidungen in der Sortimentsbearbeitung werden bereinigt, Einkaufsgemeinschaften geschlossen, organisatorische Kompetenzen gebündelt, Hierarchien verflacht, Leistungen standardisiert und Marketingmaßnahmen von offline zu online hin verschoben. Eine neue Software soll weitere Synergien schaffen.
Im Zuge dessen braucht man auch weniger Personal. Jetzt hat sich das Management mit der Arbeitnehmerseite auf die neuen Organisationsstrukturen geeinigt, teilte die Otto Group am Dienstagabend mit. Von den geplanten 700 abzubauenden Vollzeitstellen (immerhin mehr als 10% der gesamten Belegschaft) in allen drei Firmen haben sich bereits mehr als 50% durch „vorausschauende Personalpolitik, Fluktuation und Versetzungen“ erledigt. Rund 100 Beschäftigte wurden mit Lohnverzicht in eine Tochtergesellschaft ausgegliedert. Jetzt sollen noch 270 Stellen gestrichen werden – die meisten davon, nämlich rund 200, bei Otto in Hamburg. Bei Baur müssen noch 60 und bei Schwab noch 10 Stellen abgebaut werden. Birken hofft, dass der Abbau auch hier „sozialverträglich und mit gleichem Augenmaß wie bisher“ realisiert werden kann.







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