Wachsende Zahlen: Die Textilbranche in den neuen Bundesländern meldet für das erste Quartal 2012 einen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zudem stiegen Export und Beschäftigung an.

Laut vti-Hauptgeschäftsführer Bertram Höfer entwickelt sich die Ostdeutsche Textilbranche in diesem Jahr bisher stabil

Bislang kann die Ostdeutsche Textilbranche auf eine stabile Entwicklung in diesem Jahr zurückblicken: „Der Umsatz der Textilbranche ist im ersten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund drei Prozent gewachsen. Großen Anteil daran hatte der Export, der um nahezu sechs Prozent stieg. Die Beschäftigung nahm um 1,8 Prozent zu“, sagt Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti).

Anders als die Textilsparte muss die Bekleidungsindustrie im ersten Quartal 2012 Umsatzeinbußen hinnehmen. Der vti rechnet jedoch insgesamt mit einem positiven Branchenergebnis für dieses Jahr, das an das von 2011 heranreicht. Die ostdeutsche Branche erwirtschaftet etwa die Hälfte ihres Gesamtumsatzes mit technischen Textilien für vielfältige Anwendungsgebiete.

Großes Interesse besteht auch bei jungen Menschen, eine Ausbildung in der Branche zu absolvieren, da sich für sie in den Hightech-Betrieben ausgezeichnete Entwicklungsmöglichkeiten ergeben. Derzeit befinden sich rund 750 Jugendliche in einer Berufsausbildung in der Branche.

Kritik an Energiepolitik

Damit sich die Textilproduktion in Deutschland auch weiter lohnt, fordert Höfer verlässliche Rahmenbedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen. Die Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage sei ein ausufernder Kostenfaktor. Allein von 2010 zu 2011 sei der durch die EEG-Abgabe bedingte Aufwand je Kilowattstunde um 70 Prozent auf 3,53 Cent gestiegen. Neuregelungen des Ökosteuer-Spitzenausgleichs könnten am Jahresende möglicherweise zu weiteren Belastungen führen. “Deshalb unterstützen wir gemeinsam mit dem Gesamtverband textil+mode e. V. die Vowalon Beschichtung GmbH, Treuen, die neuerdings die EEG-Zahlung verweigert und den Gang vor das Bundesverfassungsgericht anstrebt”, so der Hauptgeschäftsführer des vti.

Darüber hinaus unterstützt der Verband seine Mitgliedsfirmen bei der Einführung von Energie-Management-Systemen und ähnlichen kostensparenden Maßnahmen.

Foto: Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti)