Wenn eine interessante Marke den Sprung nach Deutschland wagen will, wäre sie gut beraten, sich an das Team von best of retail zu wenden. Die Kölner Agentur agiert seit 2009 am Markt und hat es geschafft, die ausgefallenen Gürtel und Lederarmbänder von Noosa Amsterdam oder des niederländischen Schmucklabels Mi Modena hierzulande zu platzieren. Außerdem findet sich das Modelabel 10 Days und das belgische Schuhbrand walkinthepark in Portfolio. Seit Kurzem betreut best of retail das kolumbianische Bademodelabel Agua Bendita, das in den nächsten Saisons sicherlich in einigen Stränden und Schwimmbädern gesichtet werden dürfte.
Hinter Best of Retail stehen Hans Matthijsse und Antje Kaletta-Bahr – ein Team, was sich perfekt ergänzt und ein Gespür hat, für das Besondere, was dem deutschen Markt noch fehlt. Ein 20-köpfiges Team sorgt zusammen mit einer etablierten PR-Agentur dafür, die Marken im Handel und in den Köpfen der Endkunden zu verankern.
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Erfolgreiches Gespann: Hans Matthijsse und Antje Kaletta-Bahr
1. Sie haben sich darauf spezialisiert, internationale Marken in Deutschland und Europa zu etablieren. Was muss eine Marke Ihrer Meinung nach mitbringen, um hierzulande Erfolg zu haben?
Die Marke muss eigenständig und kreativ sein und einen USP vorweisen können. Wichtig ist, dass eine neue Marke bereits mit einer Zielgruppe kommuniziert und das Potenzial mitbringt eine interessante Sortimentsergänzung zu sein.
2. Und ab wann kann man sagen, dass es eine Marke hier geschafft hat?
Den Erfolg einer Marke kann man eigentlich erst ab der dritten Saison wirklich beurteilen, da dann auch der Hinein- und Abverkauf erfolgreich gelaufen ist. Die Anzahl der „Türen“ hierbei hängen auch stark vom Vertriebskonzept ab. Bei einem stark selektiven Vertriebsweg sind 400-500 Türen die optimale Distribution und sehr aussagekräftig. Daneben ist die Bekanntheit beim Endkonsumenten sehr wichtig, und sollte bestenfalls bereits vorhanden sein.
3. Auf welche Art von Kunden setzen Sie – kleine mehr oder weniger gehobene Boutiquen, große Kaufhäuser oder Online- und Versandhändler?
Wir von best of retail setzen vor allem und in erster Linie auf den gehobenen und qualitativen Facheinzelhandel. Wichtig ist uns bei dieser Auswahl vor allem, dass die Einzelhändler einen interessanten Produktmix und ein gutes Sortimentskonzept anbieten. So können auch Ergänzungen durch Accessoires das Sortiment abrunden und erweitern, da gerade dieser Bereich immer wichtiger wird. Daneben spielen auch Online- und Versandhändler eine wichtige Rolle. Die drei wichtigen Vertriebsfelder bilden so eine harmonische Koexistenz und können sich gegenseitig befruchten, da viele Endverbraucher sich über alle Wege informieren, ein Produkt gerne im Geschäft anfassen und probieren möchten, aber auch bequem von zu Hause aus im Internet kaufen.
Mit Noosa, Gürteln mit individuellen Chunks, fing alles an
4. Haben Sie bei Übernahme der Marke schon immer eine Idee, bei welchen Händlern sie die Marke platzieren wollen?
Die Vorstellung, wo wir ein neues Produkt platzieren können, besteht bei uns schon von Anfang an. Besonders auf diesem Gebiet ist meine Geschäftspartnerin Antje Kaletta-Bahr die Expertin. Sie bringt sehr gute Kenntnisse über die Distributionslandschaft in Deutschland mit und kennt sich mit Dynamiken und Systematiken bei Sortimentsaufbauten bestens aus.
5. In wie weit glauben Sie ist beim Vertrieb das persönliche Netzwerk von Bedeutung oder zählen eher Trends und harte Faktoren wie die Absatzchancen oder eine attraktive Kalkulation?
Ich würde sagen, dass Sie hier alle wichtigen Komponenten benennen. Es ist gerade der Mix aus allem, der einen guten Vertrieb ausmacht. Dabei dürfen die Menschen, die dabei im Vordergrund stehen, natürlich nicht vergessen werden. Der persönliche Kontakt ist und bleibt weiterhin sehr wichtig.
6. Die letzten Jahre waren für den Textileinzelhandel sicherlich nicht die einfachsten, so dass oftmals auf Bewährtes gesetzt wird statt mutig neue Impulse zu setzen. Teilen Sie diese Beobachtung?
Best of retail steht ja gerade für neue und innovative Konzepte und seit unserer Gründung 2009 haben wir auch immer wieder die Erfahrung gemacht, dass der Einzelhandel neue Impulse aufnimmt. Natürlich könnte der Handel noch aufnahmebereiter sein, denn gerade neue, mutige und innovative Konzepte geben dem Retail Kontur und machen das Angebot interessant. Man muss sich auch manchmal von der Masse abheben, um beim Endverbraucher aufzufallen und Gefallen zu finden. Aber Best of retail hat schon einige neue Partnerschaften aufbauen können und wir haben daher bereits mit unseren Marken Erfolgs-Storys schreiben können.
7. Es zeichnet sich immer stärker der Trend zu Flächenpartnerschaften oder sogar eigenen Retailstores ab. Kann eine Marke auch „nur“ über den Wholesale-Kanal erfolgreich sein oder müssen über kurz oder lang eigene Konzepte her?
Für uns steht in erster Linie der Wholesale-Kanal im Vordergrund. Dies ist für unsere Marken der erste Schritt, um in Deutschland präsent zu sein und sich zu etablieren. Natürlich sind zusätzliche Wege hin zu mehr Markenpräsenz von Bedeutung und Überlegungen wert. Ein Retailstore setzt sicherlich ein Statement und hilft dabei die Botschaft einer Marke deutlich zu transportieren. Auch nehmen eigene Konzepte Einfluss auf den Wholesale und bieten einen neuen Zugang zum Markt. Ein guter Stand im Handel ist aber erst einmal die Voraussetzung für weitere Überlegungen zu eigenen Konzepten.
8. Immer wieder hört man, dass der stationäre Handel stagniert oder gar mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen hat, dafür aber immer mehr Kunden online kaufen. Wie wichtig wird das eCommerce-Geschäft für Marken wie Noosa, 10 Days oder Aqua Bendita?
Gerade für Noosa ist der stationäre Handel wichtig und hat zum Erfolg des Konzeptes in Deutschland beigetragen. Auch für andere Marken wie 10 Days oder Agua Bendita ist der stationäre Handel von Bedeutung. Ich sehe eCommerce vor allem auf Händlerseite als bedeutende Ergänzung.
Er kam, sah und übernahm: Die Bikinis von Agua Bendita haben es Hans Matthijsse im Urlaub angetan
9. Sie sind mit Ihren Brands auch auf einigen einschlägigen Orderplattformen in Berlin, Düsseldorf, München und einigen anderen Städten präsent. Wo gefällt es Ihnen persönlich am besten bzw. wo machen Sie die besten Geschäfte?
Für uns sind alle Orderplattformen wichtig. Wobei man sagen muss, dass es in Berlin mehr auf die Präsenz als auf den Verkauf ankommt, da gerade dort Neues entdeckt wird und neue Kontakte geknüpft werden können. In Düsseldorf stehen dann schon stärker die Aufträge im Vordergrund, wobei unser Showroom ja auch in Köln ist und damit eine konzentrierte und intensive Arbeit mit den Kollektionen ermöglicht. Durch unsere Markenvielfalt gleicht unser Showroom schon fast einem Multibrandstore und bietet Inspirationen und Ideenmöglichkeiten.
10. Welche wichtigen Trends haben Ihrer Meinung nach das Modebusiness in den letzten Jahren geprägt und verändert?
Accessoires haben in letzter Zeit enorm an Bedeutung gewonnen und werden immer wichtiger, da sie sich auch sehr gut in textile Sortimente integrieren lassen und eine perfekte Ergänzung bieten. Dies schafft auch eine Dynamik im Sortiment, was es auch für den Endverbraucher interessanter macht. Ein dynamisches Sortiment mit neuen Produkten und modischen Accessoires schafft einen Mehrwert und Kaufanreize beim Kunden. Außerdem ist ein Wertewandel im Modebusiness zu beobachten. Qualität und Langlebigkeit der Produkte stehen im Vordergrund, wobei besonders handwerkliche Aspekte und die Liebe zum Detail wieder mehr Wertschätzung erfahren. Dies spiegelt sich auch in unseren Marken wieder. So unterschiedlich sie auch sind, so teilen sie doch alle die Verbindung aus modischem Trend und qualitativer Handarbeit.
11. Abschließend eine persönliche Frage: Wie kommt man als Mann dazu, Mode- und Accessoires-Marken zu vertreiben – Jungenträume sehen doch bestimmt anders aus, oder?
Ich muss gestehen, dass ich ein absoluter Quereinsteiger bin und durch Zufall nun in der Modebranche gelandet bin. Zugpferd für mich ist unsere erste Marke Noosa Amsterdam gewesen. Durch meine niederländischen Wurzeln bin ich damals auf die Gründerinnen der Marke und ihr Produkt aufmerksam geworden und war sofort begeistert. Von da an war ich von der Idee gefesselt, diese innovative Marke nach Deutschland zu holen und habe in meiner Geschäftspartnerin Antje Kaletta-Bahr die perfekte Unterstützung gefunden. Sie bringt die Kenntnis des Marktes mit, die es für eine Markteinführung braucht und hat jahrelang erfolgreich als Beraterin für Flächen- und Sortimentskonzepte gearbeitet. Zusammen haben wir 2009 best of retail gegründet und ergänzen uns erfolgreich. Bei der Suche nach neuen Marken, lasse ich mich vor allem von meinem Gespür leiten und zusammen besprechen wir dann, ob wir uns für eine neue Marke entscheiden. Ich bin international viel unterwegs und sehe einige neue Produkte, die mich oft faszinieren. Als Quereinsteiger gehe ich sehr offen und weniger dogmatisch an neue Marken heran. Und es sind doch immer wieder die schönen Dinge, die einen begeistern – in diesem Fall vor allem Mode und Accessoires.




