Ostdeutsche Textilbranche legt überdurchschnittlich zu
Doch blühende Landschaften?! Die ostdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie kann an die guten Vorjahresergebnisse anschließen und verzeichnet im ersten Quartal ein überdurchschnittliches Wachstum von fast 15 Prozent.
Der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. (vti) gab am vergangenen Mittwoch bekannt, dass man das bundesdeutsche Durchschnittswachstum der Branche im ersten Quartal dieses Jahres überflügeln konnte. Der Gesamtumsatz kletterte um 14,9%, während die gesamtdeutschen Umsätze um 7,5% stiegen. Im Jahr 2010 hat die ostdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie die Umsätze um 4,8% auf mehr als 1,7 Mrd. Euro steigern können.
Krise überwunden, Kosten steigen
„Erfreulich ist, dass nicht nur die Textil- sondern auch die von der Krise 2008/2009 besonders stark betroffenen Bekleidungshersteller zulegen konnten“, so Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer des vti. „Außerdem widerspiegelt die um 15% gewachsene Produktivität, d. h. der Umsatz je Beschäftigtem, die Fortschritte. Die Zahl der Arbeitnehmer blieb nahezu konstant.“
Wie so oft, war der Export der wichtigste Wachstumstreiber. Im Vergleich zum ersten Quartal 2010 stieg der Auslandsumsatz der Textilbranche um durchschnittlich 18,2% – bei einem Anwachsen des Gesamtumsatzes um 14,4%. Die Bekleidungsproduzenten verzeichneten ein Export-Plus von 43,2%, wobei der Gesamtumsatz um 17,9% stieg. „Wir gehen davon aus, dass wir im Verlaufe dieses Jahres die Folgen der allgemeinen Finanz- und Wirtschaftskrise vollständig überwinden“, ergänzte Höfer, dem allerdings die steigenden Kosten Sorgen machen. Der Baumwollpreis sei in den letzten vier Jahren um das Vierfache gestiegen und die höheren Steuern für Strom infolge der Umlage für Erneuerbare Energien ließen die Kosten seit Jahresbeginn um 15 bis 30 anschwellen.
Die ostdeutsche Branche, in der 16.000 Beschäftigte (die meisten davon in Sachsen: 12.000 und Thüringen: 2.500) tätig sind, erwirtschaftet die Hälfte der Umsätze mit Technischen Textilien für diverse Anwendungsgebiete. Dabei nehmen viele der mittelständischen Betriebe Spitzenstellungen auf internationalen Märkten ein, was nicht zuletzt auf die Kooperationen mit den regionalen Textilforschungsinstituten zurückgeführt werden kann.
Der vti hat mit 170 Mitgliedern von insgesamt 230 Textil- und Bekleidungsunternehmen einen hohen Organisationsgrad.
Foto: via flickr






Kommentare
Keine Kommentare bisher.