Gestärkt aus der Krise: Die Textilbranche in den neuen Bundesländern hat keinen nachhaltigen Dämpfer aufgrund der Wirtschaftskrise erlitten. Im Gegenteil: Das Umsatzniveau von 2011 übertrifft das von 2008 deutlich.

Die ostdeutsche Textilindustrie ist optimistisch

Im vergangenen Jahr hat die ostdeutsche Textilindustrie nach ersten Einschätzungen mit rund 50 Unternehmen etwa 275 Mio. Euro umgesetzt, das erklärte der Hauptgeschäftsführer der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti), Bertram Höfer, am vergangenen Freitag. Verglichen mit 2010, wo 255 Mio. Euro erzielt worden waren, entspricht dies einem Zuwachs von knapp 8%. Bis Oktober hätten die Unternehmen sogar durchschnittlich 12% gegenüber 2010 zugelegt. Verglichen mit dem Vorkrisenniveau in 2008 sei es sogar „deutlich übertroffen worden“.

Als Wachstumsmotor habe sich dabei das Exportgeschäft erwiesen, das um rund 20% zugelegt habe. Die Exportquote der vti-Betriebe beläuft sich auf knapp 38%. Dabei sind vor allem die Technischen Textilien stark nachgefragt. Neue Produkte, Verfahren und Services sorgten für einen Wettbewerbsvorsprung gegenüber der Konkurrenz in Fernost. Laut vti entfallen rund 45% des Produktionsvolumens auf dieses Segment, weitere 30% entfallen auf Heimtextilien und 25% auf Bekleidung.

Optimistisch stimme die Branche, dass in Deutschland immer mehr Kunden auf die Herkunft ihrer Kleidung achten. So war auch die Stimmung auf der Mitteldeutschen Mode Messe in Schkeuditz bei Leipzig recht gut. In den MMC Showrooms und der Messepräsenz zeigten 421 Anbieter, darunter 30 aus den neuen Bundesländern, über 970 Kollektionen. Über 2.500 Fachbesucher wurden in der Zeit vom 11. bis 13. Februar 2012 auf der Orderplattform gezählt.

In der ostdeutschen Textilindustrie arbeiten rund 16.000 Menschen in 230 Betrieben. Der Großteil ist in Sachsen und Thüringen angesiedelt.

Foto: Mitteldeutsche Mode Messe