Mehr Textilien in Deutschland verkauft
Deutschland kauft ein! Der Einzelhandelsumsatz mit Bekleidung sowie Haus- und Heimtextilien lag laut einer BTE-Hochrechnung mit 62 Milliarden Euro rund 2 Prozent höher als im Vorjahr. Doch nicht alle Händler haben das Wachstum gespürt.
Wenn das Wetter mitspielt, dürfte 2016 erneut ein kleines Umsatzplus für den deutschen Mode- und Textilhandel drin sein
Über 30 Mrd. Euro gaben die Deutschen für Mode aus. Einen Großteil davon wohl bei vertikalen Filialisten
Laut einer Hochrechnung des Bundesverbands des Textileinzelhandels (BTE) ist der Textilumsatz in Deutschland in 2015 um 2% auf ein Marktvolumen von 62 Mrd. Euro angestiegen. Allerdings profitierten nicht alle Händler davon. BTE-Präsident Steffen Jost erklärte in einem Pressegespräch in Köln, dass mittelständische Boutiquen und Modehäuser ihren Umsatz nur knapp gehalten haben dürften. Vertikale Modeketten konnten hingegen zulegen. „Dieses Umsatzplus resultiert jedoch in vielen Fällen aus einer Flächenexpansion, auf vergleichbarer Fläche gab es längst nicht überall ein Wachstum“, so Jost. Gewinner der Entwicklung war auch der Onlinehandel. Der BTE schätzt, dass rund 8% mehr Bekleidung und Textilien per eCommerce gekauft wurden. Der Marktanteil der Onlinehändler liegt damit bei 16%, was einem Volumen von knapp 10 Mrd. Euro entspricht. Der gesamte Distanzhandel (Onlinehandel plus Katalog- und Teleshopping, Marktanteil: 20%) soll Schätzungen zufolge ein Umsatz von 12 Mrd. Euro erreicht haben. Der gesamte deutsche Bekleidungsfachhandel, zu dem auch die Vertikalen wie H&M, Zara oder KiK zählen, setzte 30,5 Mrd. Euro um. Rund 5 Mrd. Euro setzte der Fachhandel für Heim- und Haustextilien um. Weitere 14,5 Mrd. Euro entfielen auf Warenhäuser, Lebensmitteldiscounter und andere Branchen.
Der mittelständische stationäre Fachhandel spürt den Druck von allen Seiten, von den Vertikalen, den Onlinehändlern, den Herstellern. Dringendstes Problem sei immer noch der Frequenzrückgang sowie der Rückgang von Spontan- und Lusteinkäufen, die beim Bummel durch die Stadt manche Ladenkasse zum klingeln brachte. Zwei Drittel aller vom BTE befragten Händler berichten von abnehmenden Kundenzahlen während der letzten zwei Jahre. Trotzdem bleibt der mittelständische Textil- und Modehandel zuversichtlich und rechnet zu großen Teilen (43%) mit wieder steigenden Umsätzen oder zumindest einem Pari in 2016. „Wenn das Wetter mitspielt, dürfte angesichts guter konjunktureller Rahmenbedingungen ein kleines einstelliges Umsatzplus zu erreichen sein“, hofft auch BTE-Präsident Steffen Jost.







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