Stimmung im Handel steigt – aber nicht überall
Während man die Stimmung im Modehandel als fast unterkühlt bezeichnen könnte, ist der gesamte deutsche Handel verhalten optimistisch für 2013. Zwei Drittel der Händler erwarten stabile oder steigende Umsätze, so der Branchenverband HDE.
Nach der aktuellen Konjunkturumfrage Frühjahr 2013 steigt die Stimmung im Einzelhandel verhalten
Kein einheitlicher Trend: Nahrungsmittel und Möbel laufen gut, das Geschäft mit Bekleidung und Schuhen läuft schlecht
Die deutschen Einzelhändler sehen dem Geschäftsjahr 2013 zwar nicht euphorisch, aber immerhin verhalten optimistisch entgegen, das ergab eine branchenübergreifende Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter 1.300 Betrieben, die am Donnerstag auf der Frühjahrspressekonferenz vorgestellt wurde. „Die Stimmung ist im Vergleich zum Jahresende 2012 spürbar gestiegen, mehr als zwei Drittel der Händler erwarten für 2013 stabile oder steigende Umsätze“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Laut HDE-Umsatzprognose wird mit einem nominalen Plus von 1% gerechnet. Preisbereinigt werden die Umsätze 2013 voraussichtlich unter dem Vorjahresniveau liegen, deshalb gibt es nach Ansicht des HDE unter den Händlern auch „keinen Grund zur Euphorie“.
Unterkühlte Stimmung im Modehandel
Während Händler von Lebensmitteln, Möbeln und Heimwerker- und Bauartikeln überdurchschnittlich positiv gestimmt sind, ist die Stimmung im Modehandel eher schlecht. Der kühlen Temperaturen und das vergebliche Warten auf den Frühlingsbeginn sorgten dafür, dass die Regale mit neuen Waren gut gefüllt blieben. Die Umsätze sollen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich unter den Vorjahreswerten liegen, schätzt der Bundesverband des Deutschen Textilhandels (BTE). Es wird schwierig die Umsatzausfälle der letzten Wochen wieder aufzuholen, zumal die nächsten Warenlieferungen schon fest eingeplant sind. Der Modehandel muss sich was einfallen lassen, um die Frequenz aufrecht zu erhalten: Promotion-Events und Rabatte genügen oft nicht, um die Umsatzzahlen dauerhaft stabil zu halten.
Trotzdem drückt der Schuh
Wachstumstreiber für den gesamten Einzelhandel ist nach wie vor der Onlinehandel. Der HDE rechnet damit, dass die Teil-Branche 2013 mit einem Plus von rund 12% über dem Vorjahr abschließen könnte. Dem stationären Handel drücken weitere Probleme: steigende Belastungen durch höhere Energiekosten, Mieten und Pachten belasten die Margen. Die Gewinnsituation bleibt bei den meisten Händlern angespannt. Auch die immer wieder diskutierte Vermögenssteuer könnte für viele mittelständische Händler existenzbedrohend werden.
Graphiken: HDE







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