Weihnachtsgeschäft für Modehandel schwierig
Da geht noch was, oder nicht? Obwohl zahlreiche Studien nahe legen, dass die Deutschen fürs Fest so viel ausgeben wie noch nie, profitiert der stationäre Modehandel davon kaum.
Weihnachten bringt Modehändler dieses Jahr nicht in Stimmung
Der Endspurt für das Weihnachtsgeschäft beginnt. Laut einer Befragung des Deutschen Handelsverbands HDE unter 450 Einzelhändlern nahm das Geschäft am Nikolaus-Wochenende nach einem ruhigen Start endlich etwas mehr Fahrt auf. Insgesamt sollen die Umsätze der zurückliegenden Woche auf Vorjahresniveau liegen. Der Großteil des Umsatzes wurde am Samstag erwirtschaftet, unter der Woche war es eher ruhig. Die Deutschen kauften vor allem Haushaltswaren, Unterhaltungselektronik, Uhren, Schmuck und Lebensmittel, aber auch Deko und schokoladene Nikolausstiefel-Füllungen waren beliebt.
Eine Branche allerdings sieht sich in ihren Weihnachtshoffnungen enttäuscht: Viele Bekleidungshändler leiden unter den aktuell zu warmen Temperaturen, die viele Kunden davon abhält, Wintermode zu kaufen. Der schwache Verlauf bei Textilien macht sich auch in der gemischten Gesamtbilanz des bisherigen Weihnachtsgeschäfts deutlich bemerkbar. „Insgesamt ist der Einzelhandel mit dem Weihnachtsgeschäft noch nicht zufrieden“, resümiert HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Dabei waren die Prognosen für das diesjährige Weihnachtsgeschäft durchaus optimistisch ausgefallen. Der HDE rechnete mit einem Umsatzanstieg von 2% auf 87,7 Mrd. Euro für die Monate November und Dezember. Laut einer vom HDE unterstützten Verbraucherumfrage wollten die Deutschen knapp 460 Euro pro Kopf für Weihnachtsgeschenke ausgeben, der höchste Wert seit fünf Jahren. Ihr Geld geben sie aber offenbar immer lieber im Internet als in Einkaufsstraße und Shoppingcentren aus. Rund 11 Mrd. Euro sollen im Netz für Geschenke ausgegeben werden. Ob das veränderte Einkaufsverhalten an der zunehmenden generellen Abneigung gegen das hektische vorweihnachtliche Samstagsshopping oder den gestiegenen Sicherheitsbedenken nach den Anschlägen von Paris liegt, ist nicht klar. Fest steht aber, dass der stationäre Handel darunter leidet, denn die Wochen vor Weihnachten sind entscheidend für die Jahresbilanz. Nicht viele Unternehmen setzen in den Vorweihnachtsmonaten nicht nur einen bedeutenden Teil ihres Gesamtumsatzes um, sondern erwirtschaften auch eine gute Marge, da in dieser Zeit größtenteils ohne Rabatte verkauft wird.







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