Erneut auf Einkaufstour: Der französische Luxusgüterkonzern sichert sich für rund 2 Mrd. Euro 80% der Anteile des Familienunternehmens aus dem oberitalienischen Quarona und stärkt damit sein oberstes Luxus-Fashionsegment.

Loro Piana findet bei LVMH eine neue Heimat

Der Luxusmarkt wird weiter aufgeteilt: Dieses Mal bekommt der Luxuskonzern Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) Zuwachs. Nach der Übernahme von Bulgari ist die Übernahme des oberitalienischen Cashmere-Produzenten Loro Piana die zweite größere Übernahme innerhalb weniger Jahre. Rund 2 Mrd. Euro hat der Konzern für 80% der Anteile am 1924 gegründeten Traditionsunternehmen gezahlt. Damit liegt der Unternehmenswert bei 2,7 Mrd. Euro, knapp dem Vierfachen des erwarteten Jahresumsatzes für 2013 (700 Mio. Euro). Die beiden Brüder und Co-CEOs Sergio und Pier Luigi („Pigi“) Loro Piana behalten die verbleibenden 20% des Unternehmens und sollen auch ihre Führungsfunktionen weiter ausführen.

„Ich freue mich sehr, dass Sergio und Pier Luigi Loro Piana glauben, dass unser Konzern es am besten versteht, die Zukunft des Hauses zu sichern. Wir bauen in der Tat auf die gleichen Werte: Familie und Handwerkskunst, verbunden im unablässigen Bestreben nach Qualität. Ich bin überzeugt, dass unsere Gruppe eine gute Heimat sein wird, um das zukunftige Potential von Loro Piana zu heben“, so LVMH-CEO Bernard Arnault. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden. Im vierten Quartal soll der Deal dann finalisiert werden.

Loro Piana verarbeitet allerfeinste Cashmere- und Wollqualitäten für ihre Kollektionen. Unter anderem nutzt das Unternehmen Wolle von den Vikunjas, einer seltenen, und einige Zeit vom Aussterben bedrohten Lama-Art aus Südamerika. Die Marke, deren Schals für dreistellige Beträge verkauft werden, ist weltweit mit über 130 Boutiquen vertreten und wird bei ausgewählten Fachhandelspartnern geführt.

Foto: Loro Piana