Lovro Mandac sorgte in den letzten Tagen für viel Wirbel. In einem vier Seiten langen Brief an den deutschen Handelsverband äußert sich der Manager kritisch gegenüber der Effizienz des Verbandes. Die 2009 definierten Ziele seien nicht erreicht worden.

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Nestbeschmutzer? Mandac übt Kritik am HDE, in dem er selbst im Vorstand sitzt

Der Vorstandschef  der Kaufhof AG, Lovro Mandac, hat dem Handelsverband Deutschland (HDE) einen vierseitigen Brandbrief geschrieben. Mandac wirft dem HDE vor, die 2009 gesteckten Ziele nicht erreicht zu haben und bescheinigt ihm in dem internen Schreiben eine mangelnde Effizienz in der Verbandstätigkeit. Dabei spricht der Kaufhof-Chef die schwache Lobbyarbeit an. Eigentlich hätte der HDE als Interessenvertreter des Handels in der Öffentlichkeit und bei der Politik größere Schlagkraft erlangen und mit schlankeren Strukturen arbeiten sollen. Auch der Service für Mitglieder sollte verbessert werden. Leider sei all das laut Mandac nicht ausreichend oder gar nicht erreicht worden. Außerdem kritisiert er, dass sich der HDE immer noch zu viele Geschäftsstellen auf regionaler Ebene leiste. Die Struktur sei weiterhin sehr personal- und kostenintensiv.

Lovro Mandac, der selbst HDE-Vorstand ist, fordert in seinem Schreiben eine klare Strategie und deutliche Reformen. Auch soll sich der politische Einfluss des Einzelhandels erhöhen. Der Brief, der an den HDE-Vorstand, das Präsidium und alle Landesverbände adressiert war, sollte vor allem kurz vor der Klausurtagung in Berlin für ein Aufwachen in den eigenen Reihen sorgen.

Es kursieren Gerüchte, dass Mandac selbst gern HDE-Präsident werden will und deshalb so scharfe Kritik an dem aktuellen Präsident Josef Sanktjohanser übt. Sanktjohanser will sich im November dieses Jahres zur Wiederwahl stellen.

Foto: Kaufhof AG