Karstadt: Vielleicht auch jede dritte Filiale vor dem Aus?
Kahlschlag oder Befreiungsschlag? Noch ist der Sanierungsplan von Benko nicht konkret, doch die Mitarbeiter müssen sich auf harte Einschnitte einstellen. Medienberichten zufolge, sind bis zu 30 der 83 Filialen von der Schließung bedroht.
Wer immer nach Essen kommt, vor dem liegt ein hartes Stück Arbeit: Karstadt wird sich wohl oder übel gesundschrumpfen müssen
Am 11. September wird der neue Eigentümer René Benko sein Zukunftskonzept dem Karstadt-Aufsichtsrat vorlegen. Allzu viel Hoffnung auf „Zukunft“ können sich die Mitarbeiter der Essener Warenhauskette allerdings nicht machen. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ schreiben rund 30 der 83 Standorte rote Zahlen und haben laut interner Evaluation keine nachhaltige Perspektive. Diesen Häusern droht nun die Schließung. Damit stünden auch 3.000 bis 4.000 von rund 17.000 Jobs bei Karstadt auf der Kippe. Aufsichtsratschef Stephan Fanderl hatte im Juli noch von jeder vierten Filiale gesprochen. Aktuell ist die endgültige Entscheidung über konkrete Schließungspläne nicht gefallen. Konkretere Neuigkeiten erwartet man für Ende der Woche, wenn der Aufsichtsrat zusammen gekommen ist.
Lieber ein Ende mit Schrecken…
Auch wenn die Filialschließungen so sozialverträglich wie möglich vorgenommen werden sollen, könnten auf Karstadt massive Einmalkosten für Entschädigungen, Sozialleistungen und fortlaufende Mietverträge zu kommen. Die Gewerkschaft Ver.di schätzt, dass sich kumuliert etwa 300 Mio. Euro anhäufen könnten. Nicht umsonst mahnt die Gewerkschaft, diesen dreistelligen Millionenbetrag lieber in die Filialen zu stecken. Filialschließungen in großem Umfang, wie es nun durchgesickert sei, werde man auf Arbeitnehmerseite auf keinen Fall akzeptieren.
Den Kahlschlag oder vielleicht besser Befreiungsschlags „zur Rettung des Restkonzerns“ wird nicht der Eigentümer René Benko selbst vornehmen, auch nicht der Finanzchef und jetzige Interims-CEO Miguel Müllenbach. Das operative Geschäft soll jemand Neues mit „Sanierungs- und Handelserfahrung“ führen. Der Name des oder der Neuen, der dann die nächste zwei Jahre den restlichen Umbau von Karstadt stemmen kann, steht allerdings noch nicht fest.







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