Win-Win! Beim angeschlagenen Warenhauskonzern gibt es nach zähen Verhandlungen zwei Gewinner. Die Gewerkschaft kann sich über weniger Kündigungen als geplant freuen, während die Kaufhauskette weiter sanieren und wieder hoffen kann.

Es kann weitergehen: Karstadt ist ein Durchbruch beim Sanierungsprogramm gelungen

Es kann weitergehen: Karstadt ist ein Durchbruch beim Sanierungsprogramm gelungen

Nach harten und intensiven Verhandlungen hat Karstadt durch Unterstützung einer Einigungsstelle mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft ver.di einen Kompromiss über den Interessenausgleich und den Sozialplan erzielt, teilte der Warenhauskonzern am Wochenende mit. Es sei ein „Durchbruch beim Sanierungsprogramm“ erzielt worden.

Entlassungen erheblich reduziert

Nach Angaben des Betriebsrates wird die Zahl der ursprünglich geplanten Entlassungen von 2.750 auf rund 1.400 reduziert, weil man auf Vorruhestandsregelungen, Altersteilzeit und andere sozialverträgliche Maßnahmen ausweiche. Für die verbleibenden Entlassungen soll eine Transfergesellschaft eingerichtet werden, um die von der Kündigung betroffenen Mitarbeiter bestmöglich weiter zu qualifizieren, teilte Karstadt weiter mit.

Freiwillig ans Regal oder an den Kunden

Eine andere Lösung wurde bei den spezialisierten Serviceteams für die Warenversorgung gefunden. Karstadt wurde für den Plan, die Belegschaft in Kundenberater und ‚Regaleinräumer’ zu trennen, von Gewerkschaft stark kritisiert. Bei der Einrichtung entsprechender Teams setzt Karstadt zukünftig auf „Freiwilligkeit und Fluktuation“. Änderungskündigungen und Abgruppierungen soll es nicht geben, betonte das Unternehmen. „Dennoch kann Karstadt damit wirtschaftlich vertretbar seinen Beratungs- und Serviceanspruch massiv ausbauen“, heißt es weiter in der Mitteilung. Mit den genannten Maßnahmen ist der Weg nun frei für die nächsten Sanierungsschritte, die Karstadt als Ganzes retten sollen. Offenbar hat auch die Gewerkschaft ver.di begriffen, dass es hier weniger um ein Können als mehr um ein Müssen geht – ohne dabei ihr Gesicht zu verlieren.