Auf und Ab! Das Mailänder Modehaus steckt mal wieder in der Krise. Die Umsätze sinken und unterm Strich stehen tiefrote Zahlen. Um den Turnaround zu schaffen, müssen 50 Stellen gestrichen werden. Zuversichtlich ist man trotzdem.

Rodolfo Paglialungo: “Mein Ziel ist es, die Fusion zwischen Raffinesse, Luxus und Innovation voranzutreiben und das Haus auf die nächste Ebene zu bringen”

2013 war nicht das beste Jahr für das Modehaus Jil Sander. Nachdem die Gründerin und Namensgeberin im Frühjahr 2012 wieder als Kreativchefin zur Marke gestoßen war, verabschiedete sich die „Queen of Less“ im Herbst 2013 schon wieder. Und obwohl ihre drei Kollektionen von der Presse viel Lob einheimsten, wurden sie von den Kunden offenbar nicht wie gewünscht angenommen. Laut einem Bericht der WWD sanken die Umsätze im Geschäftsjahr 2012
/13 (Stichtag: 30. November)  um 2% auf 102,5 Mio. Euro. Dramatischer ist aber, dass sich der Verlust von -4,7 Mio. Euro auf -14,6 Mio. Euro mehr als verdreifachte. Als Grund für die roten Zahlen nannte CEO Alessandro Cremonesi „erhöhte Kosten für die Kollektionsentwicklung“.

Um den Sinkflug aufzuhalten, kündigte Cremonesi an, 50 Stellen zu streichen. Das entspricht rund einem Siebtel der Belegschaft, denn im November letzten Jahres beschäftigte Jil Sander 359 Mitarbeiter. Vom Stellenabbau nicht betroffen sein sollen die Bereiche Design, Entwicklung und Vertrieb. Mit den Gewerkschaften wird momentan versucht, eine möglichst sozialverträgliche Lösung zu finden.

Trotz der roten Zahlen ist Cremonesi zuversichtlich – und das liegt an Rodolfo Paglialunga. Als neuer Kreativchef soll er die Marke „in eine neue starke Richtung entwickeln“. Seine Debüt-Kollektion wird er im September in Mailand zeigen.  „Wir sind zuversichtlich, dass Paliaglungas Arbeit positiv aufgenommen wird“, erklärte Cremonesi.

Unter Paglialungas neuen kreativen Handschrift soll der Fokus verstärkt auf das nach wie vor boomende Geschäft mit Accessoires wie hochwertigen Taschen gelegt werden, mit dem auch andere italienische und französische Modehäuser gute Geschäfte machen. Im Zuge der Umstrukturierung soll auch das Retail-Netzwerk gestärkt werden.

Fotos: Jil Sander