Karstadt schließt fünf weitere Filialen
In Recklinghausen, Bottrop, Dessau, Neumünster und Mönchengladbach-Rheydt wird es spätestens ab Sommer 2016 keine Karstadt-Filialen mehr geben. Das Management opfert sie für die weitere Gesundung des Konzerns.
Karstadt schließt die Pforten von fünf weiteren Häusern
In seiner heutigen außerordentlichen Sitzung hat der Aufsichtsrat der Karstadt Warenhaus GmbH fünf Schließungsbeschlüsse gefasst. Die Standorte Bottrop und Dessau werden zum 30. März 2016, die Häuser in Recklinghausen, Neumünster und Mönchengladbach zum 30. Juni 2016 geschlossen. Für die von den Schließungen betroffenen Mitarbeiter gelten die Regelungen des mit dem Gesamtbetriebsrat bereits im Februar 2015 abgeschlossenen Sozialplans sowie der im März 2015 mit ver.di abgeschlossene Tarifsozialplan, teilte das Unternehmen mit.
Center-Konkurrenz und demografischer Wandel
Karstadt begründet die Schließungen damit, dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung dieser Standorte seit Jahren negativ sei, wodurch die Gesundung des Gesamtunternehmens belastet werde. Steigernder Wettbewerbsdruck aufgrund innerstädtischer Einkaufscenter oder aufgrund negativer Bevölkerungs- und/oder Kaufkraftentwicklung machen es den Karstadt-Filialen schwer, trotz verschiedener Bemühungen eine Zukunftsperspektive zu entwickeln. „Es ist uns nicht leicht gefallen, im Rahmen der dringend notwendigen Sanierung diese Entscheidung zur Schließung von fünf Standorten zu treffen. Das Management hat seit langem darauf hingewiesen, wie negativ sich Genehmigungen für innerstädtische Einkaufscenter und mangelnde Initiativen zur Stärkung des innerstädtischen Handels auf die Karstadt-Standorte auswirken können und hat in den letzten Monaten alles versucht, eine nachhaltige Entwicklungsperspektive für diese Standorte zu erarbeiten“, erklärt Wolfram Keil, Vorsitzender des Karstadt-Aufsichtsrats.
Auf einem guten Weg …
Auf der heutigen Aufsichtsratssitzung wurden weitere Sanierungsmaßnahmen besprochen. Karstadt-CEO Dr. Stephan Fanderl übt sich dabei in Optimismus: „Wir stehen mitten im Prozess des tiefgreifenden und umfassenden Wandels und sind auf einem guten Weg. Sanierung und Zukunftskonzept bedingen sich gegenseitig. Die Sanierung hat uns bislang viel abverlangt. Ohne zum Teil sehr schmerzliche Entscheidungen, wie die Schließung von Filialen ohne strategische Perspektive, können wir die Gesundung des Gesamtunternehmens nicht sichern. Alle Anstrengungen müssen parallel darauf ausgerichtet bleiben, schnell operativ besser zu werden und die Filialrentabilität zu verbessern.“







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