Viel Nebel um nichts: Der Parfumgeruch, der von der neuen Abercrombie & Fitch-Filiale in Hamburg ausgeht, nervt Anwohner und Passanten. Das Bezirksamt will nun die Emissionswerte prüfen.

Abercrombie & Fitch Hamburg

Abercrombie & Fitch in Hamburg: Unscheinbares Schild, aber aufdringlicher Gestank

Die Hamburger Poststraße riecht nicht nach Seeluft oder Franzbrötchen, sondern nach Fierce (was übersetzt so viel wie  kämpferisch, wild oder leidenschaftlich bedeutet). Es ist der Name des Abercrombie & Fitch Parfums, mit dem der US-Konzern großzügig seine Filialen einnebelt. Durch die Lockstoffe sollen Kunden in die Filiale gelockt werden und den Duft für immer mit ihrem dort gekauften T-Shirt verbinden. Irgendwie scheint der duftende Marketingtrick zu wirken: Vor dem kürzlich eröffneten Hamburger Store bilden sich meterlange Schlangen vor dem unscheinbaren Geschäft, das Unerfahrene nur an einem kleinen Bronzeschild neben der Tür erkennen.

Einige Hamburger sind allerdings keine Fans von Fierce – vielen Anwohnern und Passanten ist der Duft quasi ein Dorn in der Nase. Er ist zu süß, zu aufdringlich und vor allem viel zu penetrant. Sie haben zusammen mit Gewerbetreibenden und Umweltschützern Beschwerden beim zuständigen Bezirksamt eingelegt. Die Beamten wollen nun prüfen, ob die zugelassenen Emissionswerte überschritten sind. Mit den Ergebnissen wird im Herbst gerechnet und wird man über die weitere Vorgehensweise entscheiden. Mittlerweile hat Abercrombie & Fitch den Duft-Dusel selbst etwas runtergefahren, mittlerweile riecht es in der Poststraße weniger stark.

Die Hamburger sind mit der Fierce-Phobie nicht allein. Ähnliche Proteste von Umweltschützern gab es auch schon bei einer Filiale in New York, die mittlerweile nicht mehr Fierce ausdünstet.