Die Dichte an Hollywood-Stars ist bei keiner Modewoche größer, doch neue Kollektionen gab es natürlich auch zu sehen - von Donna Karan, Jason Wu, Carolina Herrera, Michael Kors oder Victoria Beckham. Immer stärker präsent sind europäische Labels wie Desigual, Gusto Barcelona und Lacoste, die den Big Apple als Plattform nutzen.

Bis zum kommenden Donnerstag werden auf der New Yorker Fashion Week mehr als hundert Designer und Labels ihre Kollektionen für die bevorstehende Frühjahr/Sommersaison 2015 zeigen. Dabei stehen viele der gefragten Namen gar nicht auf dem offiziellen Schedule. Großes Medieninteresse erhalten vor allem die Schauen, die nicht dort gelistet sind – etwa die Show vom Denimlabel G-Star RAW, das am Freitag zusammen mit Musiker Pharell Williams eine Recyling-Modekollektion präsentierte, oder die Show von Victoria Beckham, die nicht nur wegen ihres kreativen Talents sondern auch wegen ihres Familien-Anhangs viel Aufmerksamkeit erfährt. Auch sonst ist die Dichte an Hollywood-Promis, It-Girls und Supermodels nirgendwo so groß wie hier in New York. Auch wenn das zu mehr Medienaufmerksamkeit führt, standen doch weiter die neuen Kollektionen im Vordergrund.

BCBGMaxAzria

BCBGMaxAzria zeigte fließende Entwürfe in Pastell – ein Traum für romantische Bohemians mit Großstadtattitüde. Überlange Tuniken, pastellige Batikröcke, Blumenkleider, lockere Kimonos mit tiefen Ausschnitten, mal kombiniert mit Hemden mit 3/4 -Ärmeln oder leichten Versionen einer Bikerjacke. Persönliches Highlight war ein hellgraues, wadenlanges, sportliches Seidenkleid mit abgestimmten breitem Gürtel und doppelter Träger-Ausführung. Überhaupt spielte der Designer mit verschiedenen Träger- und Kragenausführungen – und ließ hin und wieder bewusst Freiraum am Rücken.

Richard Chai

Richard Chai zeigte sportlich, glänzende Entwürfe in seiner Kollektion. Frauen tragen Capes oder Trenchcoats in kräftigen Farbtönen, während Männer offene Hemden oder taillierte Sakkos mit mittellangen Shorts und einem lässig über der Hüfte gebundenes Sweats kombinieren. Asymmetrien und raffinierte Patchworks bestimmten durchgängig das Kollektionsbild, dass Chai selbst unter das Motto „Shift“ gestellt hatte.

Marissa Webb

Marissa Webb gilt als Amerikas Antwort auf Isabel Marant. Die Designerin zeigte eine sehr tragbare, feminine Kollektion mit vielen Basics und schönen, aber kaum bahnbrechenden Brüchen. Kurzum, eine Kollektion, die sich die modisch interessierte Durchschnittsfrau zu 99% in ihren Kleiderschrank hängen würde. Highlight war ein rotes Organzakleid, das mit einer Cargoweste Ton-in-Ton kombiniert wurde und zwei übereinander getragene lange Hemdenkleider in Weiß und Schwarz.

Rebecca Minkhoff

Die New Yorker Designerin Rebecca Minkhoff wollte wohl eher raus aus der Stadt und an den Strand. Leichte Hängerchen, übergroße Hüte, Hippie-Looks mit Blumenkleidern, schwingenden Röcken und flatterigen Tops sorgten bei Außentemperaturen von mehr als 30 Grad auch drinnen für Urlaubsfeeling. Gegeizt hat sie weder mit Volants, Rüschen und Spitze oder Cut-outs.

Lacoste

Felipe Oliveira Baptista brachte die neue Lacoste-Kollektion gewohnt farbenfroh und sportlich auf den Laufsteg. Locker sitzende Kleider, teilweise mit Uniform-Charakter oder mit Anleihen am Football- oder Baseball-Tricots. Minikleider wurden mit voluminösen Parkas kombiniert. Männer trugen unter ihren über dem Knie endenden Shorts auch schon mal farblich passende Strumpfhosen.

Desigual

Gute-Laune-Mode gab es wie gewohnt von Desigual – unterlegt von fröhlichen Vibes. Das brasilianische Topmodel Adriana Lima präsentierte den Sommer 2015 auf dem Runway und brach mit ihrem großem Charme und einer ansteckenden Fröhlichkeit die übliche kühle Etikette einer Designer-Show. Die Kollektion ‚Say something nice to…‘ war inspiriert von Naturlandschaften der Welt und zeichnet eine Hommage an die Frau, mit der Blume als Symbol der Wertschätzung.

Carolina Herrera

Traumhaft schöne und klassische Abendroben und Cocktailkleider sind das Steckenpferd von Carolina Herrera, die diese Saison durch die Blume sprach. Models stolzierten zwischen übergroßen Grashalmen umher und präsentierten klar definierte Kleider mit kastigen Oberteilen, drapierten Schultern. Floral angehaucht waren neben den vielen Blumenprints Blumenprints auch die Schnittführung, die an Blütenblätter erinnerte.

DKNY

Für ihre Zweitlinie DKNY ließ sich Donna Karan erneut von der US-Metropole inspirieren. Grafische Muster mit breiten bunten Blockstreifen sowie skulpturale Kombinationen im Lagenlook, oftmals mit überschnittenen Ärmeln, sollten an die Skyline des Big Apple erinnern. Übergroße Pailletten auf Kleidern, Röcken und Tops symbolisierten die Lichter der Stadt, die niemals schläft.

Tommy mit den Töchtern des Rock'n'Roll

Tommy mit den Töchtern des Rock’n’Roll

Tommy Hilfiger

Mit dem „Music Festival Girl“ als Muse brachte Tommy Hilfiger seine langjährige Rock’n’Roll Passion zum Ausdruck. Der Look ist eine glamouröse Interpretation des Vintage Rock Styles seiner Lieblingsmusiker aus den späten 60er – und den frühen 70er-Jahren. Inspiriert von der Blütezeit der goldenen Rock-Ära, interpretiert er den Stil des freigeistigen Festival-Girls von heute. Als Models konnte er die hübschen Töchter der Rolling Stones – Georgia May Jagger und Ella Richards – verpflichten.