London erobert sich den Ruf als eine der wichtigsten Modemetropolen zurück. Mit internationalen Publikum, großen Einkäufern und angesagten Designern. Anders als in New York haben die Schneider hier Mut zur Farbe und zur Opulenz.

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Das BFC lud zur London Fashion Week mit über 70 Shows

Seit dem 18. Februar ist die britische Hauptstadt das modische Epizentrum. Stars und Branchengrößen drängeln sich auf dem Event, das vom British Fashion Council (BFC) ausgerichtet wird. Dank digitaler Medien werden viele der Schauen live gestreamt, während sich andere wie Tom Ford sich eher ganz bedeckt hielten. Auf rund 70 Catwalk-Shows werden die Trends für die kommende Herbst-/Wintersaison gezeigt. Erfreulich ist insbesondere das hohe Interesse der Einkäufer, von denen diesmal neben den großen Player aus Amerika wie Barney’s und Saks auch Boutiquen wie Opening Ceremony und H.Lorenzo angereist kamen.

Zur Eröffnung schickte der irische Designer Paul Costelloe die Models mit kurzen, schwingenden Röcken sowie Kleidern in Pink und Smaragdgrün oder Karos über den Laufsteg, die an die später 60er Jahre erinnerten.

Klassische und mit herbstfarbenden Understatement ging es bei Jaeger London zu. Überlange Mäntel mit großen Kragen, Knielange Kleider, ausgestellte oder schlanke Hosen und schwingende Röcke in schokoladige Braun-, paprikafarbende Rot- und Senftöne, kombiniert mit Pelz oder hier und da einer Seidenbluse, machten klar: Diesen Look kann frau ohne weiteres im Büro anziehen.

Kate Middletons Lieblingslabel Issa London wurde aufgrund des Medienspektakels kristisch begutachtet, aber Daniella Helayels Issa Show mit dem Namen „Celebration“ konnte sich sehen lassen. Hübsche Cashmere-Kleider und Seidenblusen mit den typischen Raffungen und Knotungen und wieder belebten graphischen Mustern sowie schwingende Mäntel und Minikleider und -röcke bestimmten das Bild, das mit Musik von Kool & The Gang untermalt wurde.

London Fashion Week_AW2011_Paul Costelloe

Paul Costelloe

London Fashion Week_AW2011_Jaeger

Jaeger

London Fashion Week_AW2011_Issa London

Issa London

Farbkünstler Jonathan Saunders holte mit bunt gemixten Mustern aus seinen schlichten Schnitten alles heraus. Bleistiftröcke, Blusen und Blazer saßen auf der Taille und wurden durch Farben wie Burgund, Blau und Braun zu einem ganz besonderen Blickfang. Männliche Models präsentierten ebensolche Farben und tünchten somit den perfekten Partnerlook.

Clements Ribeiro zeigten unter dem Motto „Darkly Romance“ klassische Schnitte mit gewagten Leo- und Kroko-Mustern. Charlotte Olympia lieferte dazu die passenden Schuhe mit seidenbezogenem Holzabsatz ab. Schwarze Mäntel und Kleider aus Seide und Cashmere wurden außerdem mit Blütenapplikationen geschmückt.

Die Models des Labels Mulberry kamen dieses Mal mit kleinen Zwergschnauzern auf den mit Fliegenpilzen und Bäumen geschmückten Laufsteg. Weite Hosen, grüne Kleider und Mäntel aus Cord oder Wolle unterstrichen den rustikalen Rahmen. Elegant wurde es dann mit Midi-Kleidern die im Kontrast zu Pelz und Ledermänteln standen.

London Fashion Week_AW2011_Jonathan Saunders

Jonathan Saunders

London Fashion Week_AW2011_Clemens Ribeiro

Clemens Ribeiro

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Mulberry

Cool wie immer ging es bei Acne zu. Jonny Johansson setzte auf den gewohnten Minimalismus. Overalls in Denim und Blau sowie Latzhosen versprühten die typische Acne-Lässigkeit. Präsentiert wurden außerdem Miniröcke mit Männerhemden aus Materialen wie Samt und Strick in Curry- und Senffarben.

Anna Wintour staunte nicht schlecht als in der ersten Reihe mit einem Song aus dem Film 101 Dalmatiner und Hundegebell die Unique-Show der britischen Modekette Topshop startete und Models mit zwei Haarknäulen als Ohren und einer angemalten Hundeschnauze in Sweatshirts über den Catwalk liefen. Weiter ging es dann jedoch mit dem Jazz der 30er Jahre: Seidene Pyjama-Hosen, unechte Pelzmäntel, Korsagenkleider und kurze Jacken.

Farbenfroh ging es auch bei Matthew Williamson zu, der auf Pink, Korallenrot und Lila setzte und damit die internationale Presse begeisterte. Seine Entwürfe, die an Landschaften erinnern sollten und nicht wenige graphische Muster enthielten, enthielten trotz ihrer relativen Schlichtheit dann doch wieder das ein oder andere Boheme-Element etwa Fellmanschetten oder mehr oder weniger auffällige Federbesetzungen.

London Fashion Week_AW2011_Acne

Acne

London Fashion Week_AW2011_Topshop Unique

Topshop Unique

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Matthew Williamson

Stil-Ikone Vivienne Westwood zeigte mit ihrer Red Label Show ihre bunten, eigenwilligen Entwürfe. Ihr Busenfreund Boy George sagte nur: „It was just so Vivienne wasn’t it?“ In der Tat: bunte detailverliebte Kreationen, gleichzeitig punkig und märchenhaft verspielt, nichts scheint zusammen zu passen, und gleichzeitig passt es irgendwie doch.

Temperley London feierte auf der Londoner Fashion Week das zehnjähriges Jubiläum  und zeigte schulterfreie Cocktailkleier, Seide mit Spitzendruck und ganz viel Gold. Als gewollter Stilbruch sorgte wohl der Strickpullover und strenge, bodenlange Roben wurden mit verspielten Rüschen kombiniert.

Für die live auf dem Piccadilly Circus gestreamte Show von Burberry Prorsum zeigte Chefdesigner Christopher Bailey wieder einmal eine neue Facette des Trenchcoats: clean, modern und farbenfroh: Leuchtendem Rot, sanftes Olivgrün, saftiges Honiggold oder eisiges klares Weiß wurden mit militärischen Details gemixt. Als am Ende falscher Schnee von der Decke rieselte, erhielten alle Outfits ein wassenfestes Klarsicht-Cape.

London Fashion Week_AW2011_Vivienne Westwood Red Label

Vivienne Westwood Red Label

London Fashion Week_AW2011_Temperley London

Temperley London

London Fashion Week_AW2011_Burberry Prorsum

Burberry Prorsum