Vom 16. bis 21. September war die britische Hauptstadt Nabel der Modewelt. Die gezeigten Kollektionen von Mulberry, Christopher Kane, Mary Katrantzou, Burberry & Co. zeigten pastellfarbene oder bunte leichte Sommeroutfits für die nächste Saison.

Burberry Prorsum 2012 Womenswear Show Finale

Burberry Prorsum ließ auch diejenigen, die nicht am Catwalk sitzen konnten, digital an der Show teilhaben

Mitte September lud das British Fashion Council wieder nach London, um der Modewelt zu zeigen, welch modischer Artenreichtum auf den britischen Inseln anzutreffen ist. Rund 50 Schauen waren im offiziellen Kalender aufgeführt, dazu kamen noch einmal rund 45 zusätzliche Venues. Mit jeder Menge Prominenz – auch aus Hollywood – war London in den letzten Tagen in aller Munde – zumindest, wenn es um Mode ging. Überwiegend zeigten sich die Kollektionen für die Saison Frühjahr/Sommer 2012 verspielt, pastellfarbend mit gewitzten Details und bunten Farbtupfern.

Hier ein Überblick über die Highlights der letzten London Fashion Week:

Der irische Designer Paul Costelloe eröffnete am Freitag den Showreigen mit seiner Interpretation des Hollywood-Dramas What Ever Happened to Baby Jane? Mädchenhaft verspielte Minikleider in Rosa, Zartgrün oder Gold zeichneten puppenhafte Silhouetten, die stark an die 60ties erinnerten.

Jaeger London inszenierte „gut behütete“ Jet-Set-Damen im Sommerurlaub. Überaus feminine Schnitte und eine überaus leichte Farbpalette ließen die Kollektion jünger und unschuldiger als gewöhnlich wirken.

Die Exzentrikerin Vivienne Westwood zeigte sich bei ihrer Red Label Show ungewöhnlich zahm: Bleistiftröcke mit eher simplen Shirts, kurze Denimshorts, drapierte knielange Partykleider oder Satinhosen in Zigarettenform sorgten für lässigen Glamour. Große Karomuster, ausgefallene Riesenkragen sowie grelles Make-up sorgten bei der Kollektion für den bekannten Westwood-Kick.

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Paul Costelloe

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Jaeger London

LFW_SS2012_Vivienne Westwood Red Label

Vivienne Westwood

Obwohl viele die frischgebackene Herzogin Catherine bei Issa London erwarteten, glänzte die Prinzessin mit Abwesenheit. Die Kollektion von Daniella Issa Helayel nahm das nicht den Reiz, in dem sie englisches Understatement mit tropischem Flair verband. Kiwigrün, Erdbeerrosa, Azurblau oder strahlend Weiß kamen die drapierten Kleidchen und Overalls daher, für die die Designerin so bekannt ist.

Girls just wanna have fun: Das Modelabel Mulberry machte seinem Ruf alle Ehre und entzückte das gespannte Publikum mit einer fantasievollen Kollektion in Eiscremefarben, die mit bunten großen Taschen mit Kult-Faktor ergänzt wurde. Edle Materialien wie Chiffon und Spitze wurden in Kontrast zu sportlichen Elementen wie dem Tunnelzug, Shorts und Regenmänteln gesetzt, um so unbeschwertes Sommer-Promenaden-Feeling zu beschwören. Statt eines Mopses flitzte dieses Mal ein Schnauzer (ebenfalls im Cape) über den Laufsteg.

Eher sachlich und deutlich weniger pastellig kamen die Entwürfe von Marios Schwab daher. Der Designer setzte auf starke Hell-Dunkel-Kontraste und auf wohldosierte Durch- und Einblicke. Knielange Röcke und strenge Blusen und geometrisch drapierte Kleider sorgten für gerade Silhouetten.

LFW_SS2012_Issa London

Issa London

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Mulberry

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Marios Schwab

Alistair Carr, der neue Chefdesigner von Pringle Of Scotland, interpretierte Tradition auf seine eigene Art und präsentierte eine Kollektion mit neuem modernem Twist. Klassische Muster wurden in abstrakte Graphiken umgewandelt, starke Farbkontraste (Schwarz mit Leuchtfarben) und neue Asymmetrien läuteten eine neue Ära für das Knitwear-Label ein.

Gut behütet schichte Burberry Creative Chief Director Christopher Bailey die Models für die Burberry Prorsum Show auf den Laufsteg. Wer keinen Platz am Catwalk bekam, konnte die Show wie immer live via Twitter (Tweetwalk) verfolgen und die Looks gleich online ordern. Die Kollektion selbst kam zunächst fast eher herbstlich daher – mit Parkas, Wollpullis und wadenlangen Röcken in Lila, Bordeaux und Petrol. Tops, Pencilskirts, Georgettekleider sowie leichte Trenchcoats mit allerlei Verzierungen, Perlen und Prints sorgten dann doch für kühles Sommerfeeling.

Giles Deacon setze bei seiner Show auf phantasievolle Effekte und jeder Menge Silberglitter. Seine vom silbernen Schwan des Bowes Museum inspirierte Kollektion glänzte (wortwörtlich) mit Metallic-Details, Fransen und Federn. Schlaukleider, Schößchen-Blazer und opulenten Ballkleidern haben Trend-Potential. Viele Gäste fanden die Nachricht, dass Deacon beim Modehaus Ungaro „flügge“ wurde, daher auch gar nicht zu tragisch.

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Pringle of Scotland

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Burberry Prorsum

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Giles

Mustergültig war die Kollektion der Nachwuchsdesignerin Mary Katrantzou, die unter dem Motto „Nature versus Nurture“ stand. Prints, die an Korallenriffe, Fischschwärme, Blumenbeete oder geschrottete Autos und Blechdosen erinnerten, brachten Cocktail- und Strickkleider, Leggins sowie Sweatshirts zum Schillern.

Dem Erbe als Traditionsmarke wurde die Show von Aquascutum gerecht: Weite Hosen, kastenförmige Röcke und geometrische Oberteile sorgten für androgyne, fast männlich wirkende Silhouetten. Die Stoffe setzten dazu trotz oder vielleicht gerade wegen der schimmernden Effekte einen weichen Kontrast.

Die Designerin Roksanda Ilincic setzte auf minimalistische Sommeroutfits. Gerade Schnitte und unkomplizierte Formen bei Kleidern, Hosen und Tuniken sorgten für urbane und sportliche Lässigkeit. Senftöne trafen auf leichtes Türkis, Grau oder Beige – oder auch fluoreszierendem Magenta. Geknotete Gürtel gaben Halt und/oder auch den letzten Schliff.

LFW_SS2012_Mary Katrantzou

Mary Katrantzou

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Aquascutum

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Roksanda Ilincic