Unaufgeregt britisch: Die Londoner Modewoche präsentierte zwischen dem 14. und 18. September alteingesessene Häuser und neue Labels. Highlights waren wie immer die Schauen von Burberry Prorsum und Mulberry. Ansonsten blieben Überraschungen aus, man blieb in der Krise Bewährtem treu.

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Regenbogen-Trench-Parade bei Burberry Prorsum

Der Sommer 2013 war für London wohl insbesondere wegen Olympia ein Highlight. Aber auch die Londoner Modewoche hatte einiges zu bieten: Über 62 Catwalk-Shows und 20 Präsentationen standen auf dem fünftägigen Programm. Darunter waren rag & bone, die erstmals offiziell teilnahmen und die Labels von Philip Treacy und Preen by Thornton Bregazzi, die nach London zurückkehrten. Über 5.000 Fachbesucher kamen nach London, um beim Fashion-Rummel dabei zu sein. Dabei sollen Orders im Volumen von rund 100 Mio. Pfund platziert worden sein, schätzt das British Fashion Council. Aber genug Zahlen, hier gibt es einen kleinen, aber feinen Überblick der wichtigsten Shows:

Issa London, eine der Lieblingsdesignerin von Herzogin Catherine, bestätigte mit kräftig-bunten Farbtönen ihre brazilianische Herkunft. Die Kollektion war von biblischen Themen wie Noah’s Arche oder dem Garten Eden inspiriert. Exotische Pflanzen bestimmten neben den typisch geknoteten Drapierungen das Bild zahlreicher Seidenkleider. Für die Designerin Daniella Helayel war die Show gleichzeitig der Beginn einer neuen Ära, am 15. September startete der eShop, der die Show live streamte.

Matthew Williamson feierte sein 15-jähriges Bestehen als Designer und wollte eine Kollektion schaffen, die in Erinnerung bleibt und in Erinnerungen schwelgt. Also frischte er seine besten Entwürfe auf und peppte sie mit indischen Einflüssen auf. Die Chiffonkleider strahlten in Pink, Azurblau oder Türkis, bei einigen Outfits zerliefen die Farben ineinander, andere wieder glänzten mit Mosaiken. Als Kontrast dazu waren die Schnitte oft kantig, scharf und adrett.

Bei Acne setzten Jonny Johansson und sein Design-Team einige Statements. Mehrlagige Collagen mit strengen Formen und Mustern wurden mit bedruckten T-Shirt-Slogans wie „Music“, „New“oder „Collage“eingeleitet. Typisch Acne waren die kunstvollen Drapierungen, hohe Kragen und Gürtelelemente.

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Issa London

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Matthew Williamson

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Acne

Die griechisch-amerikanische Designerin Mary Katrantzou ließ sich von einer globalen Entdeckungsreise inspirieren. Ihre Prints waren außergewöhnlich, die Formen sehr modern. So gab es viele Kleider und Kostüme mit Briefmarkenmotiven oder Münz-Prints. Andre zeigten pastellfarbige Ornamente auf glänzenden Oberflächen. Die A-Linie mit gradem Neckholder, schwingende Röcke, kastige Blazer und voluminöse Ärmel hatten es ihr angetan.

Peter Pilotto und Christopher De Vos zeigten grafische Prints auf einem wild gemusterten Teppich. Auch er zeigte kastige Jacken und schwingende Volantröcke. Auch die Schösschen über Hosen und Röcken fanden bei vielen Entwürfen ihren Einsatz. Bei den Mustern kannten die beiden kein Halten: Prints – grafisch oder floral, auf jeden Fall bunt – weichten skulpturale Formen auf.

Das Designteam von Pringle of Scotland brachte es trotz des Abgangs von Alistair Carr zu einer soliden schönen Kollektion. Statt auf Mode wurde viel Wert auf Verarbeitung und Materialien gelegt. Einige Teile waren immer noch grafisch inspiriert, aber weniger drastisch als unter Carr, was loyalen Anhängern des Labels gefallen dürfte. Dem modischen Aspekt wurde mit einer aus den 50er Jahren stammenden Farbpalette Genüge getan: sanftes Lemongelb, Blassblau und Altrose.

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Mary Katrantzou

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Peter Pilotto

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Pringle of Scotland

Christopher Bailey machte den Trench für Burberry Prorsum sommertauglich und schickte die Models in metallisch schimmernden regenbogenfarbenen Mänteln und Capes über den Laufsteg, die zierlich und figurbetont geschnitten waren. Mehr Volumen gab es bei den Armen, die glockig ausliefen. Großen Anklang fanden die „Bolero-Hybriden“. Zur Oberbekleidung kombinierte er metallische Bleistiftröcke, zahlreiche schmale Cocktailkleider oder Miederslips.

Bei Mulberry ware es wortwörtlich Summertime: Emma Hill transformierte den Ballsaal von Claridge in einen englischen Garten, mit eine blumigen und detailreichen Laufstegkulisse. Das „Mulberry-Girl“ war dieses Mal von den 70er Jahren inspiriert. Ein übergroßer kamelfarbener Leder-Cape-Trench mit Blumen-Knöpfen eröffnete die Show, es folgten karamelfarbene Jumper mit Blumenmuster, Lederröcke, fließende Schlaghosen, schwinden Kleidchen, kurze Blazer in sanfen Naturtönen. Auch der obligatorische Hund, dieses Mal ein schwarzer Pudel, fehlte nicht. Die vorgestellte Willow-Bag hat Potential erneut zum Kassenschlager zu werden.

Roksanda Ilincic war inspiriert von den Gemälden des deutschen Künstlers Josef Albers und dessen geografischen Farbkombinationen. So mixte auch sie Schwarz, Terracotta, dunkles Violett, Kobaldblau, kräftiges Orange und Sonnengelb in den Maxi-und Midi-Kleider. Auch bei ihr schwang eine leichte Anspielung auf die 70er Jahre mit, wenn man sich die bodenlangen gestuften Röcke aus edlem Jersey-Material anschaute.

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Burberry

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Mulberry

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Roksanda Ilincic

Fotos:  Issa London, Matthew Williamson, Acne, Mary Katrantzou, Peter Pilotto, Pringle of Scotland, Burberry, Mulberry, Roksanda Ilincic