Tom Ford: Gegen die Blogger! Gegen die Copycats!
Rückkehr zur Exklusivität: Der Ex-Gucci-Designer hat die Schnauze voll von den Instantmedien und Modebloggern und vergibt nur noch Einladungen an handverlesene Gäste. Die dürfen kommen, aber ohne Handykamera. Der Bruch dürfte Schule machen.
Mit neu gewonnener Exklusivität sorgt Tom Ford für den perfekten Medienrummel
Das Thema, über das in diesen Tagen bei der London Fashion Week am meisten gesprochen wird: Tom Ford nimmt weder teil am Live Streaming, noch läd er Modeblogger oder sonstige social-media-affine C-Promis ein. Im Gegenteil: Tom Ford macht auf ganz exklusiv. Durch die härteste Tür der gesamten Modeszene kommen nur Celebrities und Branchengrößen der Kategorie A,und drinnen in der Show besteht striktes Fotoverbot. Allein Ford hat die gesamte Kontrolle über die Bilder, die er erst zu Beginn der H/W-Saison, also Ende des Sommers, veröffentlichen will.
Hintergrund von so viel Heimlichtuerei ist, dass Tom Ford seine Entwürfe den großen Ketten wie H&M, Topshop oder Zara, die Trends vom Laufsteg in Windeseile nachschneidern, nicht zugänglich machen möchte. Und der Mann, der das einst finanziell angeschlagene Modehaus Gucci durch neuen Glamour wie Phoenix aus der Asche emporsteigen ließ, könnte mit diesem Beispiel Schule machen. Zum einen profitiert sein Label durch diese (wiedergewonnene) Exklusivität von einem unglaublichen Medienhype: Tom Ford ist gefragter denn je! In ist, wer drin ist. Wer nicht dabei ist, ist halt nur einer von den vielen Modeamateuren und -bloggern, die sich auf den anderen Schauen rumdrücken dürfen. Zum anderen, gilt Tom Ford aufgrund der Rettung von Gucci und der Gründung seines eigenen Labels als Trendsetter, der die Gesetze der Branche umkehrte und damit auch noch Erfolg hatte. Während also andere wie etwa Burberry die Teilhabe der Massen durch Live-Streamings auf der Werbewand des Piccadilly Circus und via Internet auf immer neue Spitzen treiben, wirkt der neu gewonnene Luxus der Exklusivität bei Tom Ford auf die Reichen und Schönen umso anziehender. Schon jetzt munkelt die Branche, dass auch andere Labels sich zukünftig verschlossener geben werden. Es bleibt also abzuwarten, ob die Social Media und Blogger-Welle durch Designer wie ihn ins Stoppen geraten wird.
Foto: via flickr/nicogenin







ist zu hoffen, denn durch die massen an blogger auf zb der mbfwb gab es für viele gar keinen anreiz mehr, sich in richtung berlin zu bewegen
Schade finde ich allerdings, dass so Mode wieder bloß einem exclusiven Inner-Circle vorbehalten ist. Und „Normalsterbliche“, die sich keine Designersachen leisten können, müssen dann auf die Mode vom letzen Jahr warten, weil sie dann erst in den Modeketten angekommen ist.
Das es zu viele Blogger auf den Fashion Weeks gibt, die dort eigentlich nichts verloren haben, dem kann ich nur zustimmen!