GEOX muss Luft holen
Der italienische Schuhkonzern hat das erste Halbjahr mit einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang abschließen müssen. Bei rund zehn Prozent weniger Umsatz glaubt man nicht so recht an den positiven Trend, den CEO Mario Moretti Polegato beschwört.
Geox Laden in Hamburg: nur die direkte betriebenen Stores legten in ersten Halbjahr zu
Die Umsätze der Geox S.p.A. sind im ersten Halbjahr um minus 9,8% (währungskursbereinigt: minus 10,3%) auf 435,5 Mio. gesunken. Insbesondere das Schuhsegment, dass knapp 90% des Gesamtumsatzes ausmacht, musste einen Einbruch von 11,6% auf 387,4 Mio. Euro hinnehmen. Das Bekleidungssegment lief deutlich besser und konnte um 7,8% auf 48 Mio. Euro zulegen. Die schlechten Umsatzzahlen sind allein dem miserablen ersten Quartal geschuldet. Im zweiten Quartal legten die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 4% zu.
Regional betrachtet, ging das negative Umsatzwachstum vor allem von Europa (ohne Italien) aus, wo die Umsätze von 222,3 Mio. Euro auf 189 Mio. Euro um minus 15% einbrachen. Vielleicht sahen die (Nord-)Europäer aufgrund des harten Winters und des kühlen Frühjahrs keine Notwendigkeit darin, atmungsaktive Schuhe zu kaufen. Im Heimatmarkt Italien, wo derzeit mehr als ein Drittel des Umsatzes erlöst wird, sank der Umsatz “nur” um 5% auf 165,9 Mio. Euro.
Das Retailgeschäft stieg insgesamt um um 3,5% an. Mit eigenen und Franchiseläden wird mittlerweile 38% des Umsatzes erlöst. Durch 24 Netto-Neueröffnungen und der Umstellung von Franchiseläden auf direkt betriebene Store, stiegen die Umsätze in direkt betriebenen Läden um 11,5 auf 94 Mio. Euro an. Flächenbereinigt verloren die Läden jedoch 2%. Die Franchisestores verbuchten einen Umsatzrückgang von über 5,4%. Mittlerweile betreibt Geox weltweit über 1.032 Shops, wovon 252 eigene Stores sind. Das Geschäft über Multibrand-Stores, das knapp zwei Drittel des Konzernumsatzes ausmacht, sank um 17% auf 268,8 Mio. Euro. Dennoch ist Besserung in Sicht: „Der Auftragsbestand für die kommende Herbst-/Wintersaison in den Wholesale- und Franchisekanälen ist 2% höher; das macht mich zuversichtlich, dass wir den Markt zurückgewinnen können. Ich glaube an die Wirksamkeit der Maßnahmen, die wir ergriffen haben und die Stärke unserer Marke“, sagte Mario Moretti Polegato, Gründer und Vorsitzender von Geox.
Die Umsatzeinbrüche spiegeln sich auch in den Ergebnissen wieder: Das operative Ergebnis lag mit 59 Mio.Euro rund 39% unter dem Vorjahreshalbjahr. Der Nettogewinn gab um 23% auf 37,9 Mill. Euro nach.
Foto: Geox















Die Firma Geox schiebt in diesem Artikel Ihren Umsatzeinbruch der Krise zu.
Möglicherweise ist das ein bißchen einfach: vielleicht macht Geox nur etwas falsch.
Es reicht heute nicht mehr aus, einfach nur Schuhe zu verkaufen, das machen viele! Service und ein Leistungsportfolio, das besser ist als der Wettbewerb- das sind die Qualitäten, die ein erfolgreiches von einem weniger erfolgreichen Unternehmen unterscheiden. Kunden honorieren Kundenorientierung. Und wie ernst ein Unternehmen Kundenorientierung nimmt, das merkt der Kunde dann, wenn es Probleme gibt.
Wie reagieren Kunden auf eine Firma, die auch nach zwei Jahren nicht in der Lage ist, einem Kunden eine anerkannte Reklamation zu ersetzen? Die global tätig sein will, deren Organisation jedoch nicht flexibel genug ist, so einen Fall zu Gunsten des Kunden abschließen, sondern den Kunden dazu zwingen will, mehr als 100 km zum nächsten Shop zu fahren?
Die einen Kundenservice hat, der auf Anfragen zur Lösung des Falls nicht reagiert?
Die Antwort ist einfach: keine Produkte dieser Firma mehr zu kaufen. Schade um Geox. Offensichtlich haben die noch nicht verstanden, dass Kunden ihr Gehalt bezahlen.